Braunsbach Fünf Anlagen im Windpark Braunsbach im Aufbau

Braunsbach / NORBERT ACKER 19.08.2016
Der Windpark Braunsbach nimmt Gestalt an. Die fünf genehmigten Anlagen sind im Bau, bis Ende des Jahres soll die Energieproduktion beginnen.

Fährt man aus Zottishofen Richtung Langenburg, fallen sie einem sofort auf: fünf größere Baustellen auf den Feldern. Riesige Kräne stehen dort in der Landschaft. Ihre Aufgabe: Die Türme für die fünf auf Braunsbacher Gemarkung genehmigten Wind- energieanlagen zusammenzusetzen.

Florian Schütz steht an der am weitesten gediehenen Anlage 1. Der Mechatronikermeister ist Bauleiter der Heilbronner ZEAG AG, die den Bau für die Bürgerenergie Braunsbach GmbH & Co KG abwickelt. “Wir kommen gut voran“, sagt Schütz. “Bis Ende des Jahres sind die Anlagen in Betrieb.“ Bei den Türmen, so erklärt er weiter, handele es sich um “Hybrid-Anlagen“. Die unteren 100 Meter der rund 150 Meter hohen Türme bestünden aus Betonfertigteilen, die restlichen Meter seien Stahlelemente. Pro Standort seien bis zu zehn Mitarbeiter des Windanlagenherstellers Enercon im Einsatz.

Die größten logistischen Herausforderungen kommen nach dem Bau der Betontürme auf die Bauleitung zu. Dann geht es um die schon erwähnten Stahlkonstruktionen für die obersten Turmsegmente und die Rotoren. Mit Langtransporten müssen pro Turm jeweils zwei Stahlsektionen und sechs Rotorenblattteile auf die Hochebene über Braunsbach geschafft werden. “Die Rotoren kommen beispielsweise aus Aurich“, erklärt Schütz. Eine Woche bis zu zehn Tagen dauere ein Transport über die Autobahn aus Ostfriesland bis Hohenlohe. “In der eingeplanten Zeit sind auch ausreichend Puffer eingerechnet“, so Schütz. Von der Autobahn gehe es dann für die Spezialtransporte über vorher ausgemessene Routen auf Kreisstraßen zum Windpark. Einige Teile kämen auch über den Wasserweg in der Region an. Im Mannheimer Hafen werde die Ladung gelöscht, von dort ginge es dann ebenfalls mit dem LKW weiter.

“Für einen Binnenstandort ist es hier auf der Ebene für Windkraft optimal“, sagt der dazugekommene Frank Harsch. Der Braunsbacher Bürgermeister ist alle paar Tage vor Ort, um sich über den Bauverlauf zu informieren. “Wir setzen auf nachhaltige und ökologische Energieerzeugung“, ergänzt er. Ein nächster Schritt sei es, über Möglichkeiten der Zwischenspeicherung des erzeugten Stroms nachzudenken. Doch erst einmal müsse eine Genossenschaft gegründet werden, an der sich vor allem die Braunsbacher Bürger beteiligen sollen. “Betrieben wird der Windpark von der Gemeinde, der Genossenschaft und der ZEAG als kleiner Teilhaberin“, so Harsch. “Die Genossenschaftler sollen von der Investition profitieren.“

Zehn Anlagen sind beantragt worden, fünf sind genehmigt und im Bau. Ob und wann die weiteren Windräder genehmigt werden, kann der Bürgermeister nicht sagen. Jetzt müssten die sich gerade im Bau befindlichen Anlagen erst mal “ans Netz“. “Bis Jahresende müssen sie sich drehen“, so Harsch. “Das schaffen wir“, sagt ein optimistischer Bauleiter Schütz.
 

Fünf Anlagen erzeugen 15 Megawatt

Anlagen Bei den im Bau befindlichen fünf Windenergieanlagen handelt es sich um den Typ Enercon E-115. Jede einzelne hat eine Nennleistung von drei Megawatt. Der Rotordurchmesser beträgt 115 Meter, die Nabenhöhe liegt – abhängig vom Gelände – bei 149 Metern. Das bedeutet eine Gesamt höhe von rund 206 Metern. Die Drehzahl liegt zwischen vier und 12,8 Umdrehungen in der Minute.

Leistung Die Gesamtleistung der fünf Braunsbacher Anlagen wird von der ZEAG Energie AG auf 15 Megawatt geschätzt. Ein Jahresenergieertrag von rund 33 Millionen Kilowattstunden wird erwartet. “Das entspricht einem Jahresverbrauch von circa 11.000 Haushalten“, sagt Nadine Keller von der ZEAG.

Baudauer “Der Bau einer einzelnen Windenergieanlage dauert rund zwei Monate“, erklärt die ZEAG-Sprecherin. Für den Wege- und Stellflächenbau würden etwa zehn Tage eingeplant, der Fundamentbau dauere zwischen 15 und 20 Tagen. Ebenso lange dauere der Turmbau. Zehn bis 15 Tage sind für die Anlagenmontage (Technik und Rotoren) vorgesehen.

Kosten Für die fünf Anlagen inklusive Einspeise-Umspannwerk und der Verkabelung investiert die ZEAG rund 25 Millionen Euro. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, die meisten Anteile an die Bürgerenergiegenossenschaft abzugeben, bleibt aber Teilhaber. noa

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