Um bei Großschadensereignissen schnell handeln zu können, übt der Führungsstab des Landkreises Hall regelmäßig. Dieser besteht aus Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und des Kriseninterventionsteams. Fachberater der Polizei und der Bundeswehr sowie leitende Notärzte ergänzen die Gruppe, die bei Großschadenslagen wie Hochwasser oder Flugzeugabstürzen zum Einsatz kommt – zuletzt nach dem Unwetter 2016 in Braunsbach.

Bei der jüngsten Stabsrahmenübung wurde als Szenario eine Amok-Lage an einer Schule angenommen. „Ein solcher Fall möge hoffentlich in unserem Landkreis nicht eintreten, aber dennoch müssen wir hierfür gewappnet sein“, so Erster Landesbeamte Michael Knaus, der ebenfalls angereist war.

Externer Berater unterstützt

Hinweise und Rückmeldungen zu den getroffenen Entscheidungen gab Siegfried Hollstein als externer Berater. Er ist Bezirksbrandmeister im Regierungsbezirk Tübingen und war bis 2015 an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal für die Unterrichtung im Katastrophenschutz tätig. Seit Jahren begleitet er die Fortbildungen des Haller Führungsstabes.

Auch Großbrände waren Thema. Während des dreitägigen Aufenthalts im landkreiseigenen Schapbachhof im Berchtesgadener Land gab Kreisbrandmeister Michael Reick aus dem Landkreis Göppingen einen Einblick in die Bewältigung zweier Brände in Galvanik-Betrieben. Diese waren in Geislingen und Böhmenkirch Anfang des Jahres aufgetreten. Reick hatte sich außerdem intensiv mit dem Großbrand des Grenfell-Towers in London 2017 beschäftigt, bei dem mehr als 70 Menschen ums Leben kamen.

Landrat Gerhard Bauer dankt den Einsatzkräften und Kreisbrandmeister Werner Vogel, welche seit 15 Jahren zur Stabsrahmenübung zusammenkommen. „Es verdient größte Anerkennung, dass Sie für diese Übung jährlich ein ganzes Wochenende zur Verfügung stehen – und dies neben Ihren sonstigen zahlreichen ehrenamtlichen Einsätzen.“