Mainhardt Frösteln ist bald passé: Der Friedhof bekommt einen Windschutz

Die Schienen für die Glaswände an der Aussegnungshalle werden etwa in Verlängerung der Beetumrandung links verlaufen.
Die Schienen für die Glaswände an der Aussegnungshalle werden etwa in Verlängerung der Beetumrandung links verlaufen. © Foto: s
Mainhardt / Maya Peters 09.11.2018
Windschutz aus Glas am Mainhardter Friedhof findet Mehrheit im Gemeinderat – damit Beerdigungsbesucher dem Wetter nicht mehr schutzlos ausgesetzt sind.

Innerlich ist einem eh vor Trauer kalt. Und dann kommt noch der Wind hinzu, der das äußere Wohlbefinden stört. Da ist zumindest auf dem Mainhardter Friedhof der Anfang vom Ende abzusehen: Ein gläserner Schutz wird angebracht.

„Wie das gehandhabt wird bei uns, das ist nimmer zeitgemäß“, bekräftigt Gemeinderat Walter Mack vor der positiven Abstimmung nochmals den Wunsch nach Veränderung, auch, weil sich die Friedhofskultur wandle. Vor knapp einem Jahr zeigte Architektin Bärbel Nägele ihre ersten Entwürfe für den Windschutz an der Aussegnungshalle in Mainhardt. Die ausgearbeitete dritte Variante erhält im Gemeinderat mit einer Enthaltung (Katja Kopf) die Mehrheit. Sie biete mehr Raum durch die Verlängerung des Dachvorsprungs an der Traufe.

Dafür werden rund 36 000 Euro veranschlagt. Dazu kommen noch rund 9000 Euro für die Fundamentriegel, auf denen die Aluschienen für die Glasschiebeelemente montiert werden müssen. Die Schiebeelemente aus 90 Zentimeter breitem Sicherheitsglas können so je nach Wetter geöffnet oder geschlossen werden. Zum Gebrauch im Winter sei der Einbau einer Stab-Rinnenheizung in den Schienen gegen Vereisung möglich, erläutert die Architektin. Eine weitere Variante, die um etwa 10 000 Euro günstiger gewesen wäre, wurde verworfen, da sie zu wenig Flächengewinn gehabt hätte. Da die Sandsteinstreifen im Bodenbereich der Aussegnungshalle teils verwittert sind, sei für den Austausch beispielsweise mit gelbem Granit mit bis zu 10 000 Euro zu rechnen. Hinzu kommen auch die Baunebenkosten für die Planung und Bauleitung.

Im Haushaltsplan 2018 sind 50 000 Euro für den Windschutz veranschlagt. Kämmerer Friedmar Wagenländer freut sich im Gemeinderat über die Punktlandung. Für Erhaltungsmaßnahmem der Friedhöfe sind derzeit noch 39 000 Euro verfügbar. „Die Pflege der Glasscheibe bringt Folgekosten“, bittet Bernhard Schweizer zu bedenken. Udo Kallina merkt neben der Sauberkeit auch aus Gründen der Pietät an: „Ich möchte den Windschutz den Mainhardtern nicht verwehren, würde aber darum bitten, auch die Teilorte zu berücksichtigen“. Man beabsichtige von Seiten der Gemeinde, jedes Jahr einen Friedhof zu richten, versichert Bürgermeister Damian Komor im Gremium.

Ob jeder einen solchen Windschutz brauche, müsse individuell geklärt werden. Bubenorbis sei im nächsten Jahr an der Reihe. Architektin Nägele solle den Sanierungsbedarf in den Teilorten erheben. Mit der Zustimmung zum Windschutz wird die Verwaltung dazu ermächtigt, Angebote einzuholen und die Aufträge zu vergeben.

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