So mancher Gast der Eisdiele in der Schwatzbühlgasse wundert sich: 15 Minuten dauert es, bis alle Demo-Teilnehmer an ihm vorbeilaufen. Während die letzten Klimaschützer den Haalplatz verlassen, hat bereits der Kopf des Zuges das Kocherquartier passiert und betritt von der Gelbinger Gasse aus den Säumarkt. Geschätzte 1500 Teilnehmer machen gestern bei der „Fridays-for-Future“-Demo mit. Sie ist damit wohl eine der größten politischen Versammlungen seit Jahrzehnten in Hall. „Wir sind überwältigt“, ruft Organisatorin Rebekka Benz auf der Großen Treppe ins Mikrofon. Der Marktplatz ist voll mit Menschen. Plakate wie „Plastik ist Kaka“, oder „Enkeltauglich leben“ werden hochgehalten. Die 18-Jährige leitet gleich zu den Sachthemen über. Es geht um die Zukunft des Planeten.

Fridays for Future Demo am 20. September mit 1500 Teilnehmern.

„Notstand bedeutet, eine akute Gefahr abzuwenden“, argumentiert Nina Raach (18) von der Grünen-Jugend. Daher soll auch in Hall der Klimanotstand ausgerufen werden. 700 Unterschriften sind dafür zusammen, doch eine Mehrheit dafür im Haller Gemeinderat scheint dafür noch nicht gesichert zu sein.

Busse fördern, Parkgebühren erhöhen und in Hall nicht nur den Autos den Vortritt zu geben sondern Radlern und Fußgängern. Das sind Forderungen, die von den weiteren Rednern geäußert werden. Ein Protestlied zur Melodie von „Bella Ciao“ wird gesungen. Der Marsch startet unter dem Klang von Sprechchören. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.

Zum ersten Mal ist die in Hall neu gegründete Vereinigung „Parents for Future“ dabei. „Euer Protest hat viel bewirkt, vor allem der Schulstreik“, hebt Hanne Noebel hervor. Den Schulstreik hat die Klimaaktivistin und Schülerin Greta Thunberg alleine ins Leben gerufen. Er ist zu weltweiten Bewegung geworden. „Es ist uns nicht egal, welche Erde wir euch zurücklassen.“ Lob von hoher Stelle gibt es auch von dem Kirchberger Energiepionier Gerhard Kreutz: „Ich bin unglaublich froh, dass ihr da seid.“

Dass sich schnell etwas verändert, davon geht kein Redner aus. Die Politiker hätten das Problem noch nicht voll erkannt. Die aktuellen Beschlüsse seien zu zaghaft.

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