Geduld müssen die Fans der Haller Freilichtspiele am Samstag mitbringen. Schon vor dem offiziellen Verkaufsstart um 10 Uhr stehen etwa 30 Interessierte vor der Touristen-Info am Hafenmarkt. Sie wollen die besten Plätze für sich und für die Familie sichern. Früher sind auch schon Mitarbeiter der Tourist-Info unterwegs und nehmen die Adressen auf. Damit es später eben schneller geht. Trotzdem: Der Akt des Kartenkaufs verläuft zäh. Doch die Damen und Herren, die geduldig anstehen, scheint das nicht groß zu stören. Sie sind froh, dass die Freilichtspiele überhaupt etwas auf die Bühne im Neuen Globe respektive die Große Treppe bringen.

Zwanzig Minuten vor dem Verkaufsbeginn um 10 Uhr kommt Stefan Weigand aus Hall. Da steht er an achter Position an. „Wir kommen jedes Jahr, auch mehrmals“, outet er sich als Fan der Freilichtspiele. Als Geschenk für Eltern und Familie wird er um die 200 Euro ausgeben. „Für Don Camillo brauchen wir Sitzplätze nebeneinander“. Gespannt ist er auf die Konzerte an ungewöhnlichen Plätzen. Tochter Friederike (7) begleitet ihm zum Jazz-Konzert der „Head Hunters“ an der Außenbühne des Neuen Globe.
Aus Obersontheim kommen Doris und Gerald André. Bei ihrer Freilichtspielpremiere wollen sie den „Jedermann“ sehen. Jutta Brüllke aus Crailsheim ist längst Dauergast. Sie möchte ihren Gutschein für das Rock’nRoll-Konzert von „The Beefees“ einlösen.

„Freuen uns, dass es losgeht“

Bei dem Termin kommt auch Intendant Christian Doll vorbei. „Die Leute sind neugierig. Und wir freuen uns, dass es endlich losgehen kann“, sagt er. „Ich bin sehr glücklich, was wir auf die Schnelle zusammenstellen konnten.“ Motivationsprobleme bei seinen Schauspielern stellt er überhaupt nicht fest. Im Gegenteil. „Ich treffe auf extrem motivierte Leute.“ Da kein Musical aufgeführt werde, könnten die Musiker bei den Konzerten auf der Parkbühne und vor dem Neuen Globe zeigen, was sie draufhaben. „Ich hoffe, dass wir eine Leichtigkeit in der schweren Corona-Zeit rüberbringen können“, lautet Dolls Ziel.