Ruhestand Freilandmuseum Wackershofen sucht Nachfolger für Gärtner

Annemarie, Manfred und Daniel Eller, fleißige Gärtner im Freilandmuseum in Wackershofen, hören alters- und gesundheitsbedingt zum Ende der Saison auf. Das Museum sucht Nachfolger.
Annemarie, Manfred und Daniel Eller, fleißige Gärtner im Freilandmuseum in Wackershofen, hören alters- und gesundheitsbedingt zum Ende der Saison auf. Das Museum sucht Nachfolger. © Foto: Sonja Alexa Schmitz
Wackershofen / Sonja Alexa Schmitz 31.07.2018
Die Pracht in einigen Gärten des Freilandmuseum Wackershofen, unter anderem dem großen Schaugarten, ist dem Ehepaar Eller zu verdanken. Nun hören die Ehrenamtlichen auf.

Um 8 Uhr sind Annemarie, Manfred und Sohn Daniel Eller bereits auf dem Gelände des Freilandmuseums Wackershofen. Denn, wenn noch keine Besucher da sind, sammelt das Familienoberhaupt Schnecken ein und es beginnt das große Gießen. Mit Kannen und Schläuchen sind sie an verschiedenen Stellen beschäftigt. Das Beet am Eingang, die Gärten am Teich und am Frankschen Haus, der Grünstreifen vor dem Kupferzeller Bahnhof und der größte und populärste Part: der Schaugarten neben dem Museumsbiergarten. Bis vor kurzem haben sie sich auch noch des Medizinalgartens angenommen.

Daniel Eller ist 2001, nach seiner Ausbildung zum Gärtner, vom Arbeitsamt in einer geförderten Maßnahme nach Wackershofen ins Freilandmuseum gekommen. Seine Augen sind sehr schlecht, darum kann er keine volle Arbeitsleistung erbringen. Seine Eltern, damals noch im Berufsleben, Manfred Eller als Omnibusfahrer bei der Firma Müller, Annemarie Eller im Büro beim Einkaufsverband in Rosenberg, haben ihn hin und wieder dabei unterstützt. Immer öfter sind sie dort gewesen und zu Beginn ihres Ruhestandes, vor rund zwölf Jahren, ist das Paar aus Bühlertann intensiv in die Museumsgartenarbeit eingestiegen. Fünf Tage die Woche, von morgens bis mittags sind sie da. „Und daheim brauchen wir dann mal einen Kaffee und eine Stunde Ruhe.“

Sie sind älter geworden. Mit 75 und 68 Jahren wird es ihnen langsam zu viel. Und weil auch Daniels Gesundheit schlechter geworden ist und er die Arbeit beenden muss, hören die fleißigen Gartenarbeiter auf. Für das Museum ein harter Brocken. „Schwerer Verlust“, nennt es Museumsleiter Michael Happe, „wir sind den Ellers ewig dankbar und hoffen sehr, einen adäquaten Ersatz finden zu können“. Er selbst hat von ihnen gelernt, dass der Garten ein permanenter Prozess ist, der immer wieder sein Aussehen verändert.

Jeden Wochentag und manchmal am Wochenende, wenn junge Pflänzchen zu gießen waren, hat die Familie sich ins Auto gesetzt und ist von ihrem Wohnort Bühlertann die halbe Stunde bis Wackershofen gefahren. Die schöne Museumslandschaft haben sie dabei weniger gesehen, eher die Arbeit. Mit dem großen Schaugarten haben sie eine verantwortungsvolle Aufgabe. Viele Besucher schlendern durch die Beete, in denen auf einer Fläche von rund 450 Quadratmetern, alte Bauernpflanzen, Gemüse, Getreide und Kräuter wachsen. Manchmal werden sie angesprochen. Mit Lob für die tolle Vielfalt, einer Frage zu einer Pflanze oder jemand braucht einen Tipp für Rhabarber bei dem die Blätter gelb geworden sind.

Was ins Museum passt

Viele Gewächse hat das Paar über die Jahre kennen gelernt. „Was ist alt? Was passt ins Museum?“, mussten sie sich fragen. Die Samen haben sie oft selbst wieder vermehrt. Im März oder April in ihrem Gewächshaus und unter dem Pavillon daheim im Garten vorgezogen, pikiert und, nachdem der rote Mohn im Schaugarten verblüht ist, nach und nach eingesetzt. In den Gärten wachsen auch Salate und manches Gemüse. Schnittlauch bekommt der Museumsgasthof, der Rest geht mit nach Bühlertann.

Das engagierte Paar hat auch viel Gärtnerwissen in dieser Zeit angesammelt und blickt bescheiden stolz auf die geleistete Arbeit. Fehlen wird sie ihnen allerdings nicht, wenn sie ab Herbst die Aufgabe abgeben. „Einfach mal nix tun und hinhocken!“, so stellt es sich Annemarie Eller vor. Außerdem haben sie einen Enkel, um den können sie sich dann intensiver kümmern. Für eine Einweisung ihrer Nachfolger stehen sie gerne bereit.

Info Das Museum sucht ab circa März 2019 eine Einzelperson, ein Paar, junge oder alte Menschen, die Lust haben „auf eine sinnstiftende (Garten-)Arbeit zum Wohle des Museums“, formuliert es Michael Happe.

Aus Unterfischach und aus Bühlertann

Manfred, gebürtig aus Unterfischach, und Annemarie Eller, gebürtige Bühlertannerin, leben in Bühlertann. In der berufstätigen Zeit war Manfred Eller Busfahrer bei der Firma Müller. Die gelernte Bürokauffrau Annemarie Eller hat in Rosenberg bei dem Einkaufsverband gearbeitet. Er ist 75 Jahre, sie 68 Jahre und ihr Sohn Daniel ist 41 Jahre alt. Das Ehepaar Eller hat zwei Kinder und einen Enkel. sasch

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