Tourismus Forst saniert Wellingtonien-Platz

Förster Simon Zoller sitzt auf dem First der Hütte. Mit seinen Mitarbeitern vom forstlichen Hauptstützpunkt Stollenhof saniert er die Schutzhütte am Wüstenroter Wellingtonienplatz.
Förster Simon Zoller sitzt auf dem First der Hütte. Mit seinen Mitarbeitern vom forstlichen Hauptstützpunkt Stollenhof saniert er die Schutzhütte am Wüstenroter Wellingtonienplatz. © Foto: Foto: Gustav Döttling
Wüstenrot / Gustav Döttling 21.08.2018
Angehende Forstwirte zimmern ein neues Dach und Sitzgruppen für die große Schutzhütte bei Wüstenrot. Dieser Standort ist ein Erholungsschwerpunkt im Schwäbischen Wald.

Das Klopfen, das Wanderer im Wüstenroter Wald in der Nähe des bekannten Wellingtonien-Platzes hören, ist kein Specht. Förster Simon Zoller, Revierleiter vom forstlichen Hauptstützpunkt Stollenhof, sitzt auf dem Dachbalken der großen Schutzhütte des Wellingtonien-Platzes und schlägt  mit dem Hammer Nägel in das neue Fichtengebälk der Hütte.

Mit drei Auszubildenden für den Forstwirtsberuf saniert der Förster die Schutzhütte und die zugehörigen Sitzgruppen mit Bänken und Tischen. Vor der Hütte stehen zwei Betriebsfahrzeuge des Stollenhofs mit Werkzeug und einem Anhänger frisch gesägter Holzbretter. Die Bretter duften nach Fichte und Harz.

Forstwirtschaftsmeister Marc Pfeiffer hat mit dem Forsttraktor aus dem Rottal einen großen Stapel Lärchenbretter, die aus dem Sägewerk Rösers-Mühle kommen, für die neue Dacheindeckung angefahren. Die Schutzhütte ist eingerüstet und von einem Bauzaun umgeben. Die angehenden Forstwirte Lisa Krauß, Tim Müller-Plückthun und Carlo Bast reichen dem Förster Werkzeug und Baumaterial für das Dach und räumen den Platz auf. Das neue und alte Abfallholz wandert in einen bereitstehenden Container.

„Der Zahn der Zeit hat an der Schutzhütte und den Sitzgruppen genagt, die Sanierung ist einfach dem Alter geschuldet“, erklärt Förster Klaus Ulrich, Leiter des forstlichen Hauptstützpunktes Stollenhof. Dass Simon Zoller in seinem ersten erlernten Beruf ein ausgebildeter Zimmermann sei, sei ein großer Vorteil. Die rund 10 000 Euro teure Sanierung erfolge in mehreren Schritten. Zunächst sanieren die Forstleute das Dach und die Sitzgruppen in der Hütte und um sie herum. In einem zweiten Schritt werden die Holzbalkenwände der Hütte erneuert. Die Sitzgarnituren stellen unsere Forstwirtslehrlinge meist im Winter aus Halbstämmen selbst her“, erläutert Ulrich. Die Arbeit mit Holz gehöre zur Ausbildung der Forstwirte. „Wir haben nicht viele Waldhütten, daher sind wir für solche Sanierungsobjekte dankbar“, sagt der Stützpunkt-Chef.

Die Freizeitanlage mit Grillplatz, Grillhütte, Schutzhütte und Sitzgarnituren hat der Forst 1978 für 40 000 Mark gebaut. 2013 wurden die Grillhütte und die Grillstellen für 3500 Euro erneuert. „1985 ist das Dach der Grillhütte abgebrannt, 1995 wurde die Schutzhütte angezündet, im Jahr 2000 haben Nutzer mit der Motorsäge Balken als Brennholz aus der Hüttenwand gesägt“, erzählt Klaus Ulrich.

„Der Wellingtonien-Platz ist für Wanderer und Touristen ein ganz wichtiger Anlaufpunkt, um ins Lautertal, zur Himmelsleiter oder in den Silberstollen zu kommen“, erläutert der Förster die Bedeutung des Waldgeländes Wüstenrot und den Forst als Erholungsschwerpunkt im westlichen Schwäbisch-Fränkischen Wald.

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