Vier Jahre mussten die Bühlerzeller auf die spaßigen Dialoge des Duos Martin und Butze beim Faschingsball am Rosenmontag verzichten. „Wir haben uns beide eine schöpferische Pause gegönnt, um neue Ideen zu sammeln und um anderen Akteuren auch mal eine Chance zu geben“, sagt Martin Kohnle mit einem Augenzwinkern. „Zurück auf die Rosenmontagsbühne katapultiert haben sich er und sein Partner Thomas Rüger, den alle Butze nennen, eher unüberlegt: „Vergangenes Jahr haben wir spontan für die letzten Rosenmontagsgäste eine Best-of-Performance runtergespielt“, erzählt er. „Komplett aus dem Stegreif. Was wir noch so im Kopf hatten“, ergänzt Butze. Das überschaubare Publikum früh am Morgen des Faschingsdienstags war begeistert. Unter ihnen auch Tobias Müller und Dieter Schmid. Die beiden sind im Ort bekannter als „Tobi und Schmiddi“.

Die beiden machten gleich Nägel mit Köpfen, setzten einen Vertrag auf, in dem sich die beiden Spaßmacher fürs nächste Jahr wieder zu einem offiziellen Auftritt verpflichteten. „Und wir haben den Zettel morgens um halb vier ziemlich angeheitert unterschrieben“, schildert Kohnle und schüttelt lachend den Kopf. Im Dorf machte das die Runde. „Da war klar, dass wir da nicht mehr drum herum kommen“, so Rüger alias Butze.

Bilder vom Programmfasching

Fasching in Bühlerzell Bilder vom Programmfasching

Die Latte hängt hoch

Ungewöhnlich früh, schon vor Weihnachten, haben sie sich zum Brainstorming getroffen, um sich auf ein Thema zu einigen. Als Bauarbeiter, Masseur, Jäger oder Zahnarzt und Patient sind sie schon mit ihren vor Witz sprühenden Wortwechseln aufgetreten. Oft beziehen sie spontan Bekannte aus dem Publikum mit ein. „Wir spielen uns als „Martin und Butze“, wie uns die Leute kennen, und selbstverständlich auf Schwäbisch“, erklärt Kohnle. „Tierarzt waren wir noch nicht“, fällt Butze ihm ins Wort und beide lachen. Wahrscheinlich, weil sie schon wieder etliche Gags dazu im Hinterkopf haben.

Ihr Spiel lebt von der Situationskomik, von der Mimik und Gestik. „Die spontan lauten Reden sind von langer Hand vorbereitet“, plaudert Kohnle aus dem Nähkästchen. Ganz ohne Aufschreiben des Textes gehe es tatsächlich nicht. Festgezurrt sind die sechs Blöcke, in die sie ihren Auftritt aufgeteilt haben.

„Aber der schriftliche Text dient nur zur Orientierung, wir spielen mehr spontan“, sagt Butze. „Bis jetzt haben wir den Text immer unterbekommen, auch wenn ich mal seinen sage und er dann meinen. Wir kriegen immer irgendwie die Kurve“, erklärt Kohnle und Rüger stimmt ihm zu: „Was uns auszeichnet, ist, dass wir immer wieder zurückkommen, auch wenn wir improvisieren. Das merkt meistens keiner.“

Die beiden sind ein eingespieltes Paar: „Wir machen das lieber nur zu zweit. Da wissen wir, es wird gut. Auch wenn wir schon öfter angesprochen wurden, ob wir mit anderen auftreten.“

Der Rosenmontag sei ein guter Tag für einen gelungenen Auftritt: „Da ist der Umzug vorbei und der Fasching fast durch. Die Leute sind locker und in Partylaune. Wenn auch anfangs noch etwas müde. Wir kommen ziemlich zum Schluss, zur Primetime“, sagt er. Danach folge noch ein Tanz sowie die Prämierung der Umzugswagen und der Fußgruppen.

Die Erwartungen an die beiden sind hoch, ist in Bühlerzell zu hören. Rüdiger meint dazu: „Wir haben eine gewisse Routine entwickelt und uns von Jahr zu Jahr gesteigert. Die Latte liegt ziemlich hoch, jedoch unter Druck entstehen auch Diamanten.“

Geprobt wird im Wohnzimmer der Kohnles und zum Schluss auch in der Halle auf der Bühne. „Mit Mikro. Das ist wichtig, nicht dass wir vielleicht übersehen, dass das Mikro an der Jacke hängt, die wir beim Spielen ablegen“, schildert Butze. Aber eine richtige Generalprobe sparen sich die beiden. Lachend sagt Kohnle: „Die ist dann am Montagabend beim Auftritt selber.“

Anerkennung von Faschings-Haudegen


„Das sind zwei echte Unikate, zwei Typen, die jeder im Ort kennt, immer lustig. Beim Auftritt wachsen sie über sich hinaus, improvisieren einfach, wenn der Text nicht parat ist und produzieren damit neue Lacher, richtig gut aufeinander eingespielt“, so Erwin Funk, Autor der jährlichen Schnitzelbank und weiterer Programmhöhepunkte.

„Einfach genial, die beiden, die zwei haben einen großartigen Humor. Beim letzten Auftritt vor vier Jahren konnte ich mich vor Lachen kaum noch auf dem Sitz halten. Fantastisch, was sie an Spaß und Freude rüberbringen“, so das eindeutige Urteil des Faschingsexperten Joe Kohnle. siba