Show Familienzirkus Quaiser tritt im Laßbacher Winterquartier auf

Das Zelt platzt wortwörtlich aus den Nähten als der Zirkus Quaiser in seinem Winterquartier auftritt. Besonderen Applaus erhält Siegfried Schullerus als Clown Beppo. Der Laßbacher stellt dem Familienbetrieb sein Grundstück zur Verfügung.
Das Zelt platzt wortwörtlich aus den Nähten als der Zirkus Quaiser in seinem Winterquartier auftritt. Besonderen Applaus erhält Siegfried Schullerus als Clown Beppo. Der Laßbacher stellt dem Familienbetrieb sein Grundstück zur Verfügung. © Foto: Oliver Färber
Oliver Färber 03.01.2018
In dem kleinen Ort finden die Artisten und Tiere viel Unterstützung. Die erste Vorstellung findet großen Anklang.

Kurt Bader steht am Samstagmittag am Fenster seines Hauses in Laßbach und winkt die Autofahrer, die einen Parkplatz suchen auf seinen Hof. „Da können sie ruhig stehen bleiben“, sagt der Rentner mit einem Lächeln. Schließlich freut er sich über die Blechlawine, die kurz vor dem neuen Jahr auf den 200-Seelen Ort dicht an der Kreisgrenze hereinfällt – weil das gleichzeitig bedeutet, dass der Zirkus Quaiser, der dort sein Winterquartier aufgeschlagen hat, heute viele Besucher haben wird. Und das spült dem Familienbetrieb das dringend notwendige Geld in die Kasse. „Ich war dieses Jahr noch nicht da, aber natürlich letztes Jahr“, verrät er.

Schon damals war Laßbach dessen Winterquartier. Dass die Quaisers jetzt an Weihnachten zur Vorstellung einladen, das hält er für eine gute Idee. „Zum Jahreswechsel haben die Leute halt Zeit, um in den Zirkus zu gehen“, meint der Rentner.

Vor dem kleinen beheizten Zelt kommt es derweil zu einer langen Menschenschlange, so viele Besucher wollen die Vorstellung sehen. Viele erinnern sich daran, welches Pech die Familie bei ihrem letzten Aufenthalt gehabt hatte: Bei einem Sturm war ihr Zelt stark beschädigt worden. Deshalb kommen einige schon alleine zur Unterstützung. Wie Claus Prümmer aus Künzelsau. „Es ist doch so schön, dass die hier überwintern können“, sagt er. Als er die Menschenmenge sieht, entscheidet er sich kurzerhand um. Er zückt an der Kasse seine Geldbörse, gibt der verdutzten Dame einen Schein in die Hand, und meint: „Es ist eh schon so voll. Nehmen Sie das einfach als Spende“ und geht wieder. Die Dankbarkeit ist groß.

Das Zelt platzt wortwörtlich aus allen Nähten, so viele Besucher wollen hinein. Es werden noch Bänke hereingebracht. Trotzdem verfolgen etliche die Vorstellung im Stehen. Viele haben ihre Kinder mitgebracht, die mit leuchtenden Augen erwarten, was jetzt kommt. Das Licht geht aus, bunte Sterne werden an die Decke gestrahlt.

Ponys in der Manege

Auch Junior-Zirkusdirektor Manolito Quaiser strahlt. Er tritt als erster Programmpunkt mit seinen Ponys auf – und freut sich sichtlich über den großen Andrang. „Wir kennen die Laßbacher und haben Heimvorteil. Aber mit so vielen Leuten hätte ich dann doch heute nicht gerechnet“, sagt er in der Pause im Gespräch.

Jetzt im Hohenlohischen, da fühle er sich wieder zu Hause. „Der ganze Ort ist einfach eine ganze Familie“, schwärmt er. Zum zweiten Mal sei der Zirkus nun mit offenen Armen dort aufgenommen worden. Das tröstet. Denn das Jahr sei nicht berauschend gewesen. „Man ist viel ´rum gekommen und konnte die Kosten decken. Aber etwas beiseite legen, das ging leider nicht“, berichtet er. Man sei eben über die Runden gekommen. Bis Ende März wolle der Zirkus nun in Laßbach bleiben.

Außer den Ponys und der Familie reisen noch Ziegen, Lamas und ein Kamel mit. Nikita Quaiser tritt mit Tauben auf. Und die ganze Gruppe als Artisten oder Feuerschlucker. Und dann ist da noch Siegfried Schullerus, auf dessen Gelände der Zirkus untergekommen ist. Selbst er kommt als Clown Beppo in die Manege – und erhält donnernden Applaus.

Info Der Zirkus Quaiser öffnet am Samstag, 6., und Sonntag, 7. Januar, jeweils um 15 Uhr für zwei Vorstellungen wieder sein Zelt.