Kinderschutzbund Familienpate bietet Hilfe an

Schwäbisch Hall / Marcus Haas 13.06.2018
Kinderschutzbund: Die Vorsitzende stellt die Arbeit des Ortsvereins Crailsheim im Ausschuss für Jugendhilfe vor.

Die beiden Hauptstandbeine sind die Projekte Familienpaten und begleiteter Umgang, so die erste Vorsitzende Waltraud Baumann im Jugendhilfeausschuss. Begleiteter Umgang ist ein Angebot für Kinder von getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern und aus Pflegefamilien. Ehrenamtliche Familienpaten begleiten und unterstützen Familien.

Sie nennt ein Beispiel, das die Arbeit der Familienpaten veranschaulicht. Es geht um eine junge Familie mit zwei Kindern im Alter von eineinhalb und drei Jahren, die im Landkreis lebt. Die Familie wohnt in gut situiertem Umfeld, hat wenig Geld. Die Eltern trennen sich, aber der Vater kümmert sich noch. Die Frau ist sehr belastet, hat Schamgefühle, lässt die Rollläden unten, geht mit den Kindern kaum noch raus. „Ein Familienpate versucht zur Vertrauensperson zu werden und bietet seine Unterstützung an, besucht die Familie ein- bis zweimal die Woche, je nach Bedarf. Das funktioniert nicht durch Vorschriften, sondern durch Anregungen für sinnvolle Freizeitgestaltung wie beispielsweise raus auf den Spielplatz zu gehen“, erklärt Baumann. Die Dauer des Einsatzes bestimmen die Familien.

 Fragen von Kreisräten

„Gehen Mitarbeiter des Kinderschutzbundes auch in Patchworkfamilien?“, fragt Siegfried Trittner (Freie). „Wir sind grundsätzlich in allen Familien“, antwortet Baumann. Es gebe aber Grenzen, wenn beispielsweise Gewalt ein Thema sei. Dann werde an die Fachkräfte der Sozialpädagogischen Familienhilfe abgegeben.

„Wie finanziert sich der Verein?“, fragt Kreisrat Rüdiger Schorpp (SPD). Baumann nennt Mitgliedsbeiträge und Spenden. Der Verein hat zwei Fachkräfte, die stundenweise arbeiten und 20 ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Zahl der Mitglieder ist aktuell von 70 auf 80 gestiegen, die Spenden sind von 5000 auf 7000 Euro gewachsen. Der begleitete Umgang könne verrechnet werden, aber das Projekt Familienpaten sei nicht finanziert. „Das ist auch ein Grund, warum ich heute hier bin“, sagt Waltraud Baumann. Schorpp rät einen Antrag für einen Kreiszuschuss zu stellen.

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