Wolfgang Dauner ist ein Urgestein des Jazz in Deutschland. Schon häufiger habe er mit seinem Sohn Florian - dieser ist unter anderem Drummer bei den "Fantastischen Vier - zusammengespielt. Dies stellte sich am Samstagabend beim Gespräch vor dem Konzert mit dem Jazzjournalisten Ulrich Kriest heraus.

Dennoch habe es mit der ersten gemeinsamen Platte nun 20 Jahre gedauert, sagte Florian Dauner: "Das Konzept für die Stücke auf der CD waren wir zwei." Die Platte war auch Grundlage fürs Konzertprogramm. Dabei spannten die beiden Musiker einen Bogen vom südindisch beeinflussten "Raga Yagapriya" mit Melodiewiederholungen bis zu wunderbar aufgekratzten musikalischen Purzelbäumen in "Elf Notizen".

Spannungsreich eröffnete das Duo das Konzert in der Hospitalkirche mit dem Stück "2012 + 1", ließ danach den erwähnten Raga folgen und mündete zuerst einmal mit "Hypnos" und "Echo's Stimme" in Umspielungen von eher ruhigen Synthie-Klängen. Denen stellten Vater und Sohn Dauner mit "Who Let The Dog Out . . .?" eine explosive Mischung gegenüber, deren Grundlage alte, wieder ausgegrabene Synthesizer-"Fragmente" waren, wie Wolfgang Dauner sie nannte. Florian Dauner ließ ohne seinen Vater mit "Mr. Minky" ein energiereiches Stück folgen, das schon näher am Hip-Hop war, aber mit den elektronischen Tontropfen auch ein wenig nach Funky-Fusion klang.

Der Senior stellte dem Altbekanntes gegenüber: seinen "Wendekreis des Steinbocks". Dazu, wie auch zu Richard Rodgers "My Funny Valentine", wirkte der sonst eher leicht dominante Drum-Sound mehr begleitend und wunderbar einfühlsam - feinsinnig.

Sehr gesanglich gestaltete Wolfgang Dauner später seinen "Trans Dance", ehe er ihm Groove einhauchte und zusammen mit Sohn Florian aggressive Akzente suchte. In der ersten Zugabe stellten die Dauners treibende Beats und Augenblicke des Innehaltens gegenüber, gefolgt von Tastenrasen, dem Dave Brubecks "Blue Rondo à la Turk" als zweite Zugabe für das hingerissene Publikum folgte.