Termin verpeilt Keine Knutschbären am Jakobimarkt-Montag

Dieses Jahr steigt Sepp in Hall nicht auf sein Mokick.
Dieses Jahr steigt Sepp in Hall nicht auf sein Mokick. © Foto: ars
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 23.07.2018
Seit 29 Jahren heizen am Montagabend des Jakobifests „Sepp und die Steigerwälder Knutschbär‘n“ die Menge ein. Doch heute wird die Combo keine frivolen Hits singen.

Seit 29 Jahren heizen am Montagabend des Jakobifests „Sepp und die Steigerwälder Knutschbär’n“ der Menge ein. Doch heute wird die Combo keine frivolen Hits singen. Die Würzbuam, Deutschlands beste Partyband 2015, spielen ab 19.30 Uhr. Für die Bären hat es sich ausgeknutscht. Grund dafür ist ein dummes Missverständnis. Da der Juli in diesem Jahr fünf Wochenenden aufweist und das Jakobifest diesmal nicht am letzten Wochenende gefeiert wird, haben sich die Knutschbären im Termin vertan. Sie spielen nun nicht in Hall, sondern beim Fest „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Großostheim“. Das ist ein Kaff irgendwo in der Provinz bei Aschaffenburg. „Es ist eine blöde Geschichte. Der Vertrag war unterschrieben. Der Veranstalter lässt uns nicht mehr los“, erläutert der oberste Knutschbär, Sepp Hauck. „Für uns ist Hall eine Kultveranstaltung, die wir nie hätten sausen lassen.“

„Die Würzbuam sind dynamisch und im Schnitt 30 Jahre jünger als die Knutschbären“, wirbt Festzeltwirt Christian Papert. „Wenn die ihre Chance nutzen, sind sie nächstes Jahr wieder dabei.“ So schnell ist man sie also los. Ein kleines Missverständnis reicht und die Alten werden aufs Abstellgleis geschoben. „Ab und an schadet eine Frischzellenkur nicht“, sagt Papert, der die Leistung der Knutschbären aber nicht schmälern will.

Von Rentenalter will Knutsch­­bär-­Sepp nichts wissen. Kürzlich musste er zwar in die Klinik. „Sie haben mich mit dem Krankenwagen abgeholt. Die Lunge. Ich habe vieles übergangen: zuerst die Musik, dann die Gesundheit.“ Nun muss er vier Wochen pausieren. Aber: „Die Jungs machen das ohne mich auch super.“ Sepp Hauck gibt grundsätzliche Einblicke in das gnadenlose Festzelt-Showbusiness. „Es ist ein blödes Spiel. Viele junge Kapellen unterbieten unsere Gage. Doch wir sind nicht erpressbar.“ Die Knutschbären hätten es gar nicht nötig, den Veranstaltern hinterherzulaufen. Die Mitsechziger spielen 70- bis 80-mal im Jahr, suchen sich ihre Bierzeltauftritte aus, gingen zudem im Alltag ihren Berufen nach. In Hall wären sie aber gern wieder dabei. Falls man sie anfragt.

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