Künzelsau/Waldenburg Erweiterung im Gewerbepark: Ziehl-Abegg investiert groß

Im Gewerbepark Hohenlohe baut Ziehl-Abegg ein neues Gebäude für energiesparende Elektromotoren und Ventilatoren. Die bisherige Fertigung dieser Produkte wird von Künzelsau (Würzburger Straße) dorthin verlegt und ausgebaut.
Im Gewerbepark Hohenlohe baut Ziehl-Abegg ein neues Gebäude für energiesparende Elektromotoren und Ventilatoren. Die bisherige Fertigung dieser Produkte wird von Künzelsau (Würzburger Straße) dorthin verlegt und ausgebaut. © Foto: just
ULLA MAIER 25.05.2016
28 Millionen Euro investiert das Unternehmen Ziehl-Abegg in einen Neubau im Gewerbepark Hohenlohe. Die EC-Produktion soll verlagert und ausgebaut werden.

„Wir rüsten uns für die Zukunft“, verspricht Peter Fenkl, der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg. Da weltweit die Nachfrage nach energiesparenden Ventilatoren und Motoren steigt, baut das Künzelsauer Unternehmen im Gewerbepark Hohenlohe ein neues Gebäude für die EC-Produktion.

Insgesamt wird Ziehl-Abegg in den kommenden zwei Jahren etwa 28 Millionen Euro in Hohenlohe investieren. „Damit stärken wir Deutschland und insbesondere Hohenlohe als Produktionsstandort“, so Fenkl.

 Bisher werden die energiesparenden Motoren und Ventilatoren weitgehend in Künzelsau im Werk an der Würzburger Straße hergestellt. Um die Produktionsfläche auf annähernd 8000 Quadratmeter fast zu verdoppeln, ist ein Neubau im Gewerbepark Hohenlohe nötig. Der Neubau, dessen Baukosten nach ersten Schätzungen mit elf Millionen Euro veranschlagt sind, wird an ein bestehendes Gebäude angedockt. So können sowohl die bestehenden Laderampen mitgenutzt als auch bestehende Flächen einbezogen werden.

 Baubeginn soll noch im Sommer 2016 sein. Der Aufbau neuer Fertigungsanlagen sowie der Umzug der bestehenden Produktionsanlagen wird dann Mitte 2017 stattfinden. Damit einher geht die Verlegung von 140 Arbeitsplätzen von Künzelsau (Würzburger Straße) in das neue Gebäude. „Natürlich ist eine Verlagerung des Arbeitsplatzes für die Betroffenen oft nicht einfach“, sagt Vorstandschef Fenkl. Daher hat sich das Unternehmen die Entscheidung auch nicht leicht gemacht. Doch der bestehende Standort ist bereits an der Kapazitätsgrenze. Ein weiteres Wachstum ist an diesem Standort nicht möglich. „Und das Wachstum in dieser Sparte ist deutlich absehbar“, so Peter Fenkl. Denn die Vorgaben der Europäischen Union zum Stromverbrauch von Elektromotoren in Ventilatoren werden spätestens im Jahr 2020 nochmals verschärft. „Wir spüren seit Jahren den Trend zu unseren hocheffizienten Produkten“, sagt der Firmenchef über die positive Umsatzentwicklung, die sich auch im laufenden Jahr 2016 fortzusetzen scheint.

Bereits seit 2003 produziert Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe Ventilatoren. Dieses Werk für die Herstellung von Radialventilatoren ist 2008 auf rund 19 000 Quadratmeter erweitert worden. Der jüngste Neubau mit dem so genannten ZA-Tower hat sich zu einem Hingucker entwickelt. Dort werden seit 2014 auf gut 12.000 Quadratmetern Aufzugsmotoren und Motoren sowohl für die Medizintechnik als auch für Unterwasserfahrzeuge entwickelt und gebaut.

Außerdem ist dort die Sparte Ziehl-Abegg Automotive mit dem getriebelosen Radnabenantrieb „ZAwheel“ für elektrische Stadtbusse angesiedelt.

Die Zahl der Beschäftigten bei Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe wird damit im kommenden Jahr von bisher 480 auf über 620 Menschen steigen.

Info EC steht für „electronically commutated“ (elektronisch kommutiert). Eine solche Motorenart benötigt weniger Strom im laufenden Betrieb, ist aber in der Anschaffung durch die aufwendigere Elektronik teurer.