Bürgermeisterwahl Erwartungen und Wünsche

Deutlich mehr als 250 Bürger kommen zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses in das Foyer des Rathauses Ilshofen.
Deutlich mehr als 250 Bürger kommen zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses in das Foyer des Rathauses Ilshofen. © Foto: Götz Greiner
Ilshofen / Elisabeth Schweikert 07.02.2018
Martin Blessing will sich rasch in sein Amt einarbeiten. Die Fraktionssprecher setzen auf eine Zusammenarbeit in Augenhöhe und die Fortsetzung der Stadtentwicklung.

Die Fraktionen im Ilshofener Gemeinderat freuen sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister Martin Blessing. Klaus Fischer, Sprecher der Freien Wählerschaft/Unabhängige Bürgerliste, wie auch Oliver Paul, Fraktionssprecher der SPD, sind überrascht, dass die Wahl so eindeutig ausgegangen ist. „Herr Blessing hat 13 Prozent Stimmenvorsprung und ist in allen Wahlbezirken über die 50-Prozent-Marke gekommen“, analysiert Fischer. „Das ist eine gute Grundlage für die Zusammenarbeit mit den Bürgern und dem Gemeinderat.“ Er begrüße die Ankündigung Blessings, ein Miteinander auf Augenhöhe pflegen zu wollen: „Da versprechen wir uns ein gutes Vorgehen.“ Ganz besonders freut es den Obersteinacher, dass Blessing den Ortschaftsräten ein eigenes Budget zugestehen will.

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagt Oliver Paul, „das wird bestimmt gut.“ In den nächsten zwei Jahren müssten noch viele Dinge abgearbeitet werden, die Bürgermeister Roland Wurmthaler in die Wege geleitet hat, schätzt er ein.  Bei der Planung der Ziele für die Zeit nach 2020 sei auch der Gemeinderat gefragt, Akzente zu setzen.  Wichtig sei der SPD-Fraktion, dass mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. „Da gibt es einen Riesenbedarf in der Stadt, der nicht gedeckt ist.“ Paul begrüßt, dass Blessing ein offenes Herz für die Jugendarbeit hat und hier aktiv werden will.

Vision für Ilshofen

Rudolf Berger ist Sprecher der Fraktion der CDU/Freie Wähler. Die Gründe dafür, dass Blessing bereits im ersten Wahlgang die Mehrheit bekommen hat, liege „an seiner menschlichen Art“ sowie der Ortskenntnisse und dem Bekenntnis, die Aufgaben mit den Bürgern angehen zu wollen. Berger  erwartet, dass sich Blessing rasch einarbeitet, damit es in Ilshofen zu keinem Stillstand kommt. Die begonnenen Projekte sollten zielstrebig fort- und umgesetzt werden, die bauliche Entwicklung der Stadt und der Teilorte sowie der Gewerbegebiete fortgeführt werden. Die Fraktion der CDU/Freie Wähler setzt darauf, dass Blessing eine Vision für Ilshofen entwickelt, welche die „Mittelpunktfunktion zwischen den beiden Städten Hall und Crailsheim stärkt“. Und Berger erwartet, dass Blessing die Kostenentwicklung der Projekte im Auge behält.

In laufende Projekte einarbeiten

Wenn Martin Blessing im April seine Arbeit aufnimmt, will er zunächst alle Mitarbeiter und ihre Aufgabengebiete kennenlernen, sagt er unserer Zeitung. Auch will er sich in den ersten Wochen tiefer in die laufenden Projekte einarbeiten, den Bau des Kindergartens, die Sanierung und den Ausbau des Abwasserwesens. „Auch beim Breitband muss man dranbleiben.“ Blessing hofft, dass sein angestrebter „Masterplan“ vom Gemeinderat unterstützt wird. Zusammen mit einem noch zu findenden Planungsbüro, den Bürgern und den Gemeinderäten soll aufgearbeitet werden, wohin die Reise in den kommenden zehn Jahren gehen soll.

Martin Blessing hat in seinem Studium zum Diplom-Forstingenieur Grundlagen der kommunalen Verwaltung gelernt. Bei kniffligen Fragen könne er auch mit der Unterstützung von Bürgermeistern aus dem Landkreis rechnen – am Wahlsonntag hätten ihm bereits Christian Mauch (Bürgermeister in Gerabronn) und Ute Zoll (Bürgermeisterin in Vellberg) Unterstützung angeboten. Blessing setzt auch auf seine Kollegen im Gemeindeverwaltungsverband. „Ich greife gerne auch zum Telefon – da gibt es genügend Leute.“

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