Polizei Erstes Modell für Revier steht - Kosten: 7,3 Millionen Euro

Schwäbisch Hall / THUMILAN SELVAKUMARAN 07.11.2014
Das Geld für das neue Haller Polizeirevier wurde vom zuständigen Ministerium grundsätzlich genehmigt. Das Siegermodell stammt vom Büro BGF+ Architekten aus Wiesbaden. Die Arbeiten sollen Ende 2015 beginnen.

Grauer Muschelkalk statt rosafarbenem Putz; ein dreistöckiger Flachdachbau statt einem zweieinhalbgeschossigen Walmdachgebäude: Der architektonische Charakter der Ecke Salinenstraße/Johanniterstraße könnte sich bald wandeln. Das ehemalige Feuerwehrmagazin soll abgerissen und durch ein Polizeirevier ersetzt werden. Die derzeitigen Mietgebäude am Gräterweg sind zu klein, der Zustand und die Ausstattung für die tägliche Polizeiarbeit ungenügend.

Das Amt für Vermögen und Bau hatte einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Drei Modelle wurden eingereicht. Favorisiert wird sowohl von Stadt, Polizei als auch Land der Entwurf vom Büro BGF+ Architekten Bordt Götz aus Wiesbaden. Geplant ist im Siegermodell ein winkelförmiger Bau entlang der Salinen- und Johanniterstraße mit einer Nutzfläche von circa 3000 Quadratmetern auf drei Geschossen. Das Objekt soll in 117 Räumen Platz für 138 Bedienstete bieten. "Neben dem Standardraumbedarf für das Polizeirevier sind auch Räume für die Leitung der Verkehrspolizeidirektion geplant", so Michael Greiner, Amtsleiter in Heilbronn.

"Nun geht es in die Detailplanung", so Greiner. Der Umfang richte sich nach den Mitteln, die letztlich bereitgestellt werden. In der bisherigen Planung kostet der Neubau 7,3 Millionen Euro. Dieser Betrag muss noch mit dem Landeshaushalt 2015/2016 genehmigt werden.

Die Idee für den Neubau ist alt. Das Land hatte sich vor Jahren die Grundstücke gesichert. Durch die Strukturreform der Polizei wurde das Vorhaben aber verschoben. Die Haller Polizeidirektion musste Führungsaufgaben abgeben und gilt nur noch als Revier innerhalb des Präsidiums Aalen. Der Platzbedarf hat sich dadurch verringert.

Greiner schwärmt vom neuen Modell: Von oben betrachtet falle das Gebäude nicht besonders auf, von unten störe der Neubau nicht die Silhouette Halls, sondern passe sich dem historischen Stadtbild an.

Neben dem bestehenden Feuerwehrmagazin müsste aber auch die angrenzende Reifenwerkstatt abgerissen und der Fußweg auf der Rückseite der Wache gesperrt werden. Die Tankstelle bliebe erhalten, ebenfalls das denkmalgeschützte, ursprüngliche Salinengebäude aus dem Jahr 1834, in dem derzeit die Verkehrspolizei untergebracht ist. Integriert wurden in die Planungen das bestehende Garagengebäude der Polizei samt Schießanlage im Keller sowie die zwei neuwertigen Fahrzeughallen der Feuerwehr.

Die Polizei könne, so Greiner, durch den Neubau die anderen Dienststellen im Stadtgebiet aufgeben - auch das angrenzende Salinengebäude. Das Haus soll von der Haller Außenstelle der Staatsanwaltschaft Heilbronn genutzt werden. "Unser Gebäude ist kein Verwaltungsgebäude. Es ist angedacht, diesen Zustand zu beenden", sagt Oberstaatsanwalt Peter Bracharz. Zehn Personen nutzen die beengten Räume am jetzigen Standort in der Klosterstraße. Das Haus sei für ihre Arbeit ungeeignet.

Die Staatsanwaltschaft würde mit dem Umzug näher zu Polizei rücken, aber sich vom Gerichtsgebäude in der Unterlimpurger Straße entfernen. "Andere machen Yoga-Kurse, wir werden unsere Ertüchtigung auf dem Weg zum Amtsgericht leisten", kommentiert Bracharz nüchtern. Aber noch sei der Umzug nicht beschlossen.

Greiner rechnet im Frühjahr mit einer baurechtlichen Genehmigung für den Revier-Neubau. Die Detailplanung soll Ende August abgeschlossen sein. Die Abrissarbeiten könnten im November 2015, der eigentliche Bau im Februar 2016 beginnen. Wenn alles klappt, sollen die Haller Polizisten im Oktober 2017 ihre Umzugskartons packen.

Die Stadtverwaltung plant parallel, den nördlichen Teil des Areals, der von Gärten und einzelnen Häusern dominiert wird, städtebaulich zu überplanen. Noch will sich die Verwaltung nicht zu Details äußern.

Der Aufbau des möglichen neuen Reviers

Erdgeschoss Auf Gehsteigniveau befindet sich die Wache mit Besucherschleuse. An der Salinenstraße sind die weiteren Räume der Dienstgruppe angeordnet. Im Gebäudeflügel der Johanniterstraße sind im Erdgeschoss hauptsächlich Nebenräume (Umkleide, Lager Technikräume, Akten, Fitnessraum). Ein eigener Zugang von der Johanniterstraße führt direkt in den Beratungs- und Ausstellungsraum. Zellen befinden sich ebenerdig in einem abgeschlossenen Bereich mit direktem Zugang aus dem Innenhof.

Erster Stock Führungsgruppe, Bezirksdienst, Verkehrspolizeidirektion sowie Nebenräume sind dort untergebracht.

Zweiter Stock Im Obergeschoss sollen Kriminalkommissariat, Stabstellen Referate, Führungs- und Einsatzstab intrigriert werden. Das Flachdach soll begrünt werden. Dort könnten auch Technikgeräte, etwa Serverkühlung, installiert werden.

SWP

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