Braunsbach/Untermünkheim Gemeinsames Gewerbegebiet bei Übrigshausen

Untermünkheim / Oliver Färber 27.06.2018
Die Gemeinden Untermünkheim und Braunsbach haben die Kosten- und Gewinnverteilung für ihr interkommunales Industriegebiet an der B 19 bei Übrigshausen festgelegt.

Zusammenarbeit ist wichtig – auch zwischen Gemeinden. Teilweise gibt es höhere Zuschüsse, manche Projekte können sogar nur realisiert werden, wenn mehrere Gemeinden daran beteiligt werden. So ist es auch beim neuen interkommunalen Gewerbegebiet, das in Verlängerung des bestehenden in Untermünkheim entstehen soll. Die Gemeinden Braunsbach und Untermünkheim wollen zusammenarbeiten, um mit guter Verkehrsanbindung an die B 19 und die A 6 Flächen für Betriebe zu erschließen.

Bislang gibt es nur grobe Pläne für das Projekt – aber vor Kurzem wurde das zunächst Wichtigste geklärt: die Aufteilung der Kosten und Gewinne. Der Gemeindeverwaltungsverband (GVV), in dem sich beide Kommunen zusammengeschlossen haben, hat das Büro Röschl beauftragt, nach mehreren Kriterien die Anteile der beiden Kommunen zu ermitteln.

Dazu wurden nicht nur die Einwohnerzahl und die Fläche der beiden Partner herangezogen, sondern beispielsweise auch die Finanzkraft. Das Ergebnis: 70 Prozent der Kosten und Gewinne bleiben bei Untermünkheim, 30 Prozent bei Braunsbach. Beide Gemeinderäte stimmten dieser Verteilung zu.

Dass dies der richtige Weg ist, Unternehmen zu gewinnen, da sind sich beide Gremien und deren Schultheißen sicher. „Es entsteht dort, wo auch ein Gewerbegebiet hingehört und es Sinn hat“, sagt Frank Harsch, der Bürgermeister in Braunsbach wie auch GVV-Vorsitzender ist. An der B19 und nahe der Autobahn sei eine Erschließung besonders effizient. „Es ist eine große Chance“, glaubt der Bürgermeister.

Gleichzeitig sei das Projekt ein Beleg dafür, dass gemeinsam mehr erreicht werden könne. Mittel- und langfristig würden ein Mehrwert erreicht und Arbeitsplätze geschaffen. „Es gibt auch viele weitere Effekte“, zählt Harsch auf: Mehr Arbeitsplätze bedeuteten mehr Einwohner, mehr Einwohner mehr Kunden für die örtlichen Geschäfte und Betriebe.

„Natürlich kostet es nun erst mal Geld“, weiß der Braunsbacher Rathauschef. Und das wird nicht wenig sein.

„Wir müssen gemeinsam auch ganz schön in Vorleistung gehen“, stellt der Untermünkheimer Bürgermeister Christoph Maschke fest. Der GVV wird zunächst das Geld für den Kauf der Grundstücke, die derzeit noch in Privathand sind, und für die Erschließung aufnehmen. Die Zinsen dafür werden im beschlossenen Verhältnis 70 zu 30 die Kommunen tragen.

Dass es dauern wird, bis die ersten Firmen eröffnen, wissen die beiden Bürgermeister. Maschke schätzt, dass es bis 2035 dauern könnte, bis die Betriebe dort Gewinne erwirtschaften. „Jetzt müssen die ersten Gespräche geführt werden“, plant der Schultes. Zunächst brauche die Fläche Zustimmung zur Aufnahme in den Regionalplan. Auch das Regierungspräsidium muss unterrichtet werden. Eine Starkstromtrasse, die im Gelände verläuft, soll erhöht werden, damit darunter gebaut werden kann. Ein Vorteil sei, so Machke, dass Untermünkheim schon einmal versucht hat, dort im Alleingang zu erschließen. „Da gab es schon Untersuchungen, die nun nur noch erweitert werden müssen“, berichtet Maschke.

„Wir müssen viele noch im Bereich Planung motivieren“, sieht Harsch als das nun Wichtigste an. Denn die Nachfrage nach Industrieflächen gebe es.

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