Schwäbisch Hall Erste E- Busse für Hall

Das Haller Unternehmen Röhler beginnt mit der Umrüstung auf Elektro-Busse. Von außen sehen die Fahrzeuge fast wie ein herkömmlicher Bus aus.
Das Haller Unternehmen Röhler beginnt mit der Umrüstung auf Elektro-Busse. Von außen sehen die Fahrzeuge fast wie ein herkömmlicher Bus aus. © Foto:  Privatfoto
SIGRID BAUER 12.08.2015
Die Röhler Touristik GmbH setzt von 2016 an fünf Elektrobusse im Linienverkehr ein: von Frühjahr an einen in Crailsheim und von November 2016 an vier weitere E-Busse zwischen Hall und dem Hohenlohekreis.

Die in Hall ansässige Busfirma ist Partner des "Nahverkehr Hohenlohe" (NHV), der in den nächsten zehn Jahren den öffentlichen Personennahverkehr im Hohenlohekreis elektrifizieren will. Die Umstellung beginnt voraussichtlich im November 2016 und betrifft auch Linien des Kreisverkehrs Schwäbisch Hall in Richtung Hohenlohekreis: die Verbindungen Hessental - Künzelsau (FE 28), Hall - Kupferzell (RB 29) und Hall - Waldenburg (RB 32). "Diese Linienbusse sind bereits in der Fertigung und sollen zum Jahreswechsel 2015/2016 ausgeliefert werden", schreibt Firmenchef Peter Röhler dem HT. Bevor sie in den NVH-Linienverkehr gehen, setzt Öhringen sie von April bis Oktober 2016 als Shuttle zur Landesgartenschau ein.

Schon im Frühjahr 2016 bekommt Crailsheim, wo Röhler den Stadtbus Crailsheim betreibt, seinen ersten E-Bus. Dies sei "ein Modellbetrieb mit der Stadt und den Stadtwerken Crailsheim", erklärt Röhler. "Dort, im städtischen Linienverkehr, soll der E-Bus seine größten Stärken entfalten." Er solle fast geräuschlos und mit Null-Emission die Stadtmitte mit den Stadtteilen verbinden. Ein weiterer erhoffter Effekt: Der E-Bus als Vorbild könnte Autofahrer zum Umsteigen auf das umweltfreundliche öffentliche Verkehrsmittel animieren.

Bis 2026 komplett umsteigen

Dieser Bus soll im Unterschied zu den Bussen, die die Landkreise Hall und Hohenlohe verbinden, mit drei Türen ausgestattet sein. Zunächst werden die Stromzapfsäulen in den Röhler-Betriebshöfen in Hall, Crailsheim und Gerabronn zum Laden der Akkus reichen. Wenn weitere E-Busse zum Einsatz kommen, wird Röhler hier aufrüsten. Zusätzlich sollen dann etwa in Hall am ZOB und am Bahnhof Hessental in Zusammenarbeit mit den Haller Stadtwerken Stromtankstellen eingerichtet werden. Diese Infrastruktur plant der NVH mit den jeweiligen Stadtwerken. Der Chef der Haller Stadtwerke, Gebhard Gentner, bestätigt die Anfrage des NVH. "Einer Zusammenarbeit stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber."

Bis etwa 2026 will der NVH sämtliche Dieselbusse, also auch die von Röhler, durch E-Busse ersetzen. "Allein im Hohenlohe-Kreis sind das über 100 Busse", schreibt der Busunternehmer. Die Mehrkosten von 300.000 Euro pro Bus gegenüber einem Dieselfahrzeug sollen sich nicht auf den Fahrpreis auswirken. 2015 übernimmt das Land bis zu 150.000 Euro pro E-Bus. Wenn es finanzierbar ist, sollen in zehn Jahren sämtliche Röhler-Linienbusse auch im Landkreis Hall bis zur bayerischen Grenze elektrisch fahren.

E-Bus hat ohne Nachladen Reichweite von 220 Kilometern

Motor Den Elektromotor hat das Künzelsauer Unternehmen Ziehl-Abegg entwickelt und gebaut.

Akkus Sieben Batterien sind unfallsicher auf dem Dach und im Heck des Busses montiert. Sie haben eine Kapazität von rund 264 Kilowattstunden und verbrauchen etwa 1,1 Kilowattstunden pro Kilometer. Damit hat der E-Bus ohne Nachladen eine Reichweite von etwa 220 Kilometern. Wenn die Batterien ausgetauscht werden, können sie in Fotovoltaikanlagen wiederverwendet werden.

Stromzapfsäule Das Ladegerät hat eine Leistung von etwa 40 Kilowatt.

SIBA