Hohenlohe-Odenwald-Tauber, kurz H-O-T, ist eine von 21 so genannten Bioenergie-Regionen in Deutschland. Es gibt sie seit sechs Jahren. "Über die Stromerzeugung aus nachhaltigen Energieträgern wie Holz, Biogas, Wind- und Wasserkraft sowie Photovoltaik werden innerhalb eines Jahres Gewinne von rund 22 Millionen Euro erzielt. Im Bereich der Wärmeerzeugung werden jährlich etwa 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Gewinne aus der Erzeugung von Biomassebrennstoffen wie Holzhackschnitzel, Pellets und Scheitholz liegen bei über 8 Millionen Euro", schreibt die Organisation in einer Pressemitteilung.

Einzelne Regionen, Gesellschaften oder Gemeinden auch außerhalb dieser Bioenergie-Regionen investieren erheblich, um Energie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Bemerkenswerte Projekte gibt es unter anderem in Schwäbisch Hall, Crailsheim und Gaildorf.

So ist es das Ziel der Stadtwerke Schwäbisch Hall, Energie für die Strom- und Wärmeerzeugung komplett aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Dies könnte bis 2030 gelingen. Die Annahme der Haller: Der Strombedarf in der Region bleibt auf dem Niveau des Jahres 2008. Dann könnten bis in 15 Jahren Biomasse, Fotovoltaik und Windkraft den Großteil des Strombedarfs decken. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Kraft-Wärme-Kopplung sowie die Versorgung ganzer Wohngebiete mit Fernwärme.

Gaildorf sorgt mit seinem Naturstromspeicher für Aufsehen. Kern des Projekts sind die vier höchsten Windräder der Welt (Nabenhöhe 150 Meter), die mit einem Pumpspeicherkraftwerk kombiniert sind. Im unteren Teil der Anlagen ist Platz für jeweils bis zu 40000 Kubikmeter Wasser. Dieser Speicher ist mit dem 250 Meter tiefer gelegenen Kochertal über Leitungen verbunden. Steht überflüssiger Strom zur Verfügung, werden damit die Pumpen angetrieben und die Speicher in den Windturbinen geflutet. Wird Strom benötigt, rauscht das Wasser talwärts und treibt die Turbinen an.

"Mehr erneuerbare Sonnenwärme nutzt kaum eine Siedlung weltweit. Und es zeigt zudem: Es ist effizienter, ganze Wohngebiete und Stadtteile mit Wärme zu beliefern, als wenn jedes Eigenheim eine Burg sein will, die sich selbst versorgt", schreibt das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche über das Projekt Hirtenwiesen in Crailsheim. Dort haben die Crailsheimer Stadtwerke die größte thermische Solaranlage in Deutschland umgesetzt. Rund 2000 Menschen stehen Warmwasser und Heizung mit bis zu 50 Prozent Sonnenwärme zur Verfügung. Die Kollektorenfläche beträgt nach Angaben der Stadtwerke rund 7500 Quadratmeter.