Heimatgeschichte Erinnerungen an die Frauenschule

Auf der Zeichnung ist der geschlossene Mittelbau der heutigen Akademie für Landbau und Hauswirtschaft zu erkennen.
Auf der Zeichnung ist der geschlossene Mittelbau der heutigen Akademie für Landbau und Hauswirtschaft zu erkennen. © Foto: privat
Kupferzell / swp 16.04.2018

In der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Kupferzell ist kürzlich ein Päckchen mit überraschendem Inhalt eingetroffen. Es brachte eine verglaste Zeichnung des Künstlers David Hitchcock zum Vorschein, die im Jahr 1958 entstanden ist. Auf der Zeichnung ist der geschlossene Mittelbau des Gebäudes gut zu erkennen. Die Post kam von Uta Kindinger, geborene Bulling aus dem Lautertal, die die einstige Staatliche Landfrauenschule Kupferzell von 1958 bis 1960 besuchte. Das schreibt das Landratsamt Hohenlohekreis in einer Mitteilung.

Geboren 1939 in Forchtenberg, führte sie ihre Ausbildung 1956 auf einen Lehrhof in Linnich, einem kleinen Dorf bei Aachen. Dort lernte sie David Hitchcock kennen, einen jungen Mann vom englischen Militär, der Pfarrer werden wollte. Hitchcock, der Talent fürs Zeichnen hatte, fertigte für Uta Kindinger das Bild von Schloss Kupferzell, in dem die Landfrauenschule untergebracht war. Es ist somit ein Einzelstück.

Großartige Kameradschaft

In gefühlvollen Zeilen beschreibt die ehemalige Schülerin ihre Schulzeit. „Die Zeit in Kupferzell war die schönste Zeit meines Lebens, die Kameradschaft mit den Mädchen war einfach großartig.“ Auch manches Erlebnis ist in der Erinnerung geblieben, das in der heutigen Zeit wie aus einer anderen Welt klingt. „Am meisten freute ich mich über die Zubereitung von Wurstsorten.“

Im Leiterwägele abgeholt

Die Schülerinnen in den 50er- und 60er-Jahren reisten fast alle mit dem Zug an und wurden am Bahnhof von den schon anwesenden Schülerinnen mit einem Leiterwägele abgeholt.

Einem Dankschreiben seitens der Akademie an die Spenderin wurden zwei Fotos von Klassenbildern beigefügt, die im Fundus der Schule vorhanden waren. Die Absenderin teilte daraufhin mit, dass sie bisher keine Bilder ihrer damaligen Klassenkameradinnen besaß und sich nun – nach 60 Jahren – sehr daran erfreue.

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