Schwäbisch Hall Erfolgsraten bis 90 Prozent

Vor kurzem wurde zum ersten Mal weltweit in Hannover einem Patienten ein künstliches Herz implantiert. Meist reichen weit weniger dramatische Eingriffe zur Therapie von Herzrhythmusstörungen. Archivfoto
Vor kurzem wurde zum ersten Mal weltweit in Hannover einem Patienten ein künstliches Herz implantiert. Meist reichen weit weniger dramatische Eingriffe zur Therapie von Herzrhythmusstörungen. Archivfoto
SWP 22.07.2014
"Wenn das Herz aus dem Takt gerät": Chefarzt Professor Dr. Alexander Bauer informiert im Rahmen der Vortragsreihe "Das Diak im Gespräch" über die Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

Mehr als 100 Zuhörer sind in den Speisesaal des Diakonie-Klinikums gekommen, um diesen Vortrag zu hören. Das zeigt, dass das Thema vielen Menschen im Wortsinne am Herzen liegt. "Vorhofflimmern kann man schon als Volkskrankheit bezeichnen", führt Bauer aus. Und: "Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in Deutschland."

Allerdings ist nicht jede Unregelmäßigkeit beim Herzschlag gleich lebensbedrohlich. Der Chefarzt für Kardiologie an den Kliniken Schwäbisch Hall und Crailsheim erklärt, wie man Herzrhythmusstörungen trennen kann: Da gibt es zum Einen die Unterscheidung zwischen schnellem und langsamem Puls. Dann komme es weiter darauf an, wo die Störung im Herzen lokalisiert sei. Vorkammerrhythmusstörungen seien beispielsweise nicht so gefährlich, Störungen in der Hauptkammer jedoch sehr. "Die Ursachen dafür können angeboren sein oder im Laufe des Lebens plötzlich auftreten", sagt Bauer und zeigt die Wichtigkeit des Taktgebers im Herzen, des sogenannten Sinusknotens, der im Normalfall 60 bis 80 Mal in der Minute einen elektrischen Impuls gibt, auf.

Die Symptome von Herzrhythmusstörungen gehen von Klopfen, Stolpern, Rasen, Luftnot und Schwindel bis zu Bewusstlosigkeit. Bauer erläutert: "Eine Pause von vier Sekunden zwischen zwei Herzschlägen wird vom Gehirn noch toleriert. Bei längeren Pausen wird der Mensch bewusstlos." Auch stecke hinter manchem Schlaganfall ein Vorhofflimmern.

Herzschrittmacher sind das Mittel der Wahl bei krankhaft verlangsamten Herzschlägen. Dort gibt es neue Entwicklungen, derzeit wird an Schrittmachern ohne Sonde gearbeitet. Medikamente stellen bei diesen Beschwerden keine Alternative zum Schrittmacher dar, sagt Alexander Bauer.

Die Therapie der gefährlichen schnellen Herzrhythmusstörung basiert auf vier Säulen: Ablation (Verödung von Herzmuskelgewebe), Medikamente, Elektroschock und Defibrilator. "Vom Vorhofflimmern sind 20 Prozent der 80-Jährigen betroffen", verdeutlicht Bauer. Durch Ablation seien 90 Prozent der Rhythmusstörungen in der rechten Vorkammer therapierbar, bei der linken liege die Erfolgsrate bei 70 bis 80 Prozent. Ein Film zeigt, wie solch eine Operation durchgeführt wird.

Danach stellen die Zuhörer viele Fragen, die Professor Dr. Alexander Bauer ausführlich beantwortet.