Theater Entwurf: Neues Brückentheater über dem Kocher

Marcus Haas 08.10.2015
"Das Besondere: Das steht über und auf einem Fluss“, macht Werner Schuch deutlich. Der Haller Architekt hat in die Geschichte des Unterwöhrds geschaut und darin auch eine Geschichte der Brücken gesehen. Seine Idee: Es werden zwei Brücken vom Lindach aus in Richtung „Steinerner Steg“ und in Richtung „Epinalsteg“ gezogen. So entsteht ein ganzjährig bespielbares neues Theater zwischen zwei Brücken.
 
Eine Brücke wird dabei als LKW-Brücke genutzt mit direkter Zufahrt zum Theaterbau, und die andere als Fußgängerbrücke. Es wird ein gleichseitiges Dreieck geschaffen, eine Plattform, die Pfeiler über dem Kocher tragen. Das neue Brückentheater soll dabei ähnliche Ausmaße wie das bestehende Globe-Theater haben.
In seinem Grundkörper ähnele der Theater-Neubau dem Seniorenwohnstift Im Lindach. Es sei ringsum verglast, mit leichtem Pultdach. Freilichtatmosphäre soll durch eine verglaste Fassade entstehen. Sowohl Dach als auch Fassade sind demnach öffenbar. Foyer und Vorbereich sollen zum Verweilen einladen. Platz für Nebenräume und Toiletten sei genügend vorhanden.
 
Ein wesentlicher Vorteil aus Sicht Schuchs: Der Unterwöhrd bleibt komplett frei von Theaterbebauung, wird so noch mehr zur Binneninsel mit großer Aufenthaltsqualität. Zudem rückt dieser Impuls den Biergarten unter Bäume dorthin, wo derzeit das Globe-Theater steht. Schuch will dabei auch die Verbindung vom „kleinen zum großen Unterwöhrd reaktivieren“, indem er eine weitere Brücke zum Biergarten zieht.
 
Das Konzept auf einen Blick
 
- Bauwerk auf dem Kocher, auf einer Plattform oder großen Brücke.
- Zwei Brücken werden vom Lindach in Richtung „Steinerner Steg“ und „Epinalsteg“ geschlagen. - Einerseits eine LKW-Brücke mit direktem Zugang zum Theater und auf der anderen Seite eine Fußgängerbrücke.
- Gleichseitiges Dreieck: Kantenlängen von je 40 Metern und Gesamthöhe von etwa elf Metern, Grundkörper ähnlich Seniorenwohnstift Im Lindach. Mit leichtem Pultdach, öffenbar.
- Hauptzugang am Unterwöhrd mit Treppenrampen, wodurch sich das Theater zum Unterwöhrd öffnet.
- Unterwöhrd als erweitertes Foyer.
- Im Obergeschoss könnte ein kleines Sprechtheater untergebracht werden.
- Unterwöhrd bleibt frei von Theaterbebauung.
- Bau eines Stegs zum Biergarten aus Teilen des Globes mit Sitzmöglichkeiten. Biergarten bekommt dort unter Bäumen Platz, wo derzeit noch das Globe-Theater steht.