Flüchtlinge Flüchtlinge: Entspannung auf breiter Linie

Die Zahl der Neuankömmlinge geht zurück.
Die Zahl der Neuankömmlinge geht zurück. © Foto: Grafik: Jörk Meider
Jochen Korte 22.06.2017
Der Landkreis Schwäbisch Hall hält die beiden Notunterkünfte in Gaildorf und Unterrot nur noch als stille Reserven vor. Im Juni kommen lediglich 28 Menschen in die vorläufige Unterbringung.

Die Entspannung beim Zuzug von Flüchtlingen nach Baden-Württemberg und in den Landkreis Schwäbisch Hall hält an. „Die monatlichen Zuzüge von Asylsuchenden sind so niedrig wie lange nicht mehr“, zitiert der Juni-Newsletter Flüchtlingshilfe des Haller Landratsamtes das Innenministerium. Das lässt sich mit Zahlen belegen. Im Juni muss das Landratsamt 28 Personen in die vorläufige Unterbringung aufnehmen. Zu Hochzeiten im Dezember 2015 waren es noch um die 400. Auch die Personen in der vorläufigen Unterbringung, für die der Landkreis zuständig ist, werden weniger. Zum Stichtag 31. Mai dieses Jahres waren es 1384. Im Mai 2016 waren es noch 2102.

Keine Notunterkünfte

Die Flüchtlinge und Asylsuchenden leben in 59 Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen in 21 der 30 Gemeinden im Landkreis Schwäbisch Hall. Die Zeiten, in denen Flüchtlinge in Notunterkünften wie Turnhallen oder früher gewerblich genutzten Immobilien leben mussten, gehören bald der Vergangenheit an. Auch die letzten Bewohner der bisherigen Notunterkunft in der Fraschstraße in Gaildorf seien in der vergangenen Woche nach Schwäbisch Hall in die Schmollerstraße umgezogen“, so das Landratsamt. Die beiden leeren Notunterkünfte in der Fraschstraße und in Gaildorf-Unterrot (diese wurde schon Ende Juli 2016 geräumt) würden dann nur noch als stille Reserven vorgehalten.

Viel Platz in der Schmollerstraße

In der Gemeinschaftsunterkunft Schmollerstraße in Hall stehen für den Kreis im ersten Geschoss und im Erdgeschoss insgesamt Plätze für 173 Menschen zur Verfügung. Für Anfang Juni ist die Belegung mit zunächst 70 Personen geplant. In dem Gebäude will die Stadt Schwäbisch Hall im zweiten Obergeschoss etwa 30 Menschen in der Anschlussunterbringung, für die die Kommunen zuständig sind, einquartieren.

Auch in den Gemeinden tut sich einiges: Die neue Flüchtlingsunterkunft in Bühlertann ist seit Mai mit drei Familien belegt. Die 15 Bewohner finden in der Unterkunft im Uferweg mehr Wohnraum vor (sieben Quadratmeter pro Person). Auch die Wohnsituation in der Bühlerzeller Unterkunft konnte so etwas entzerrt werden, wie das Landratsamt schreibt. Trotz einiger Neubauten sei die gesetzliche Vorgabe von sieben Quadratmetern pro Person, die ab 1. Januar 2018 gilt, noch nicht überall erreicht. Das Landratsamt geht davon aus, dass die 7-Quadratmeter-Vorschrift aber fristgerecht eingehalten werden wird.

Kündigungen stehen an

Die Unterkunft in Obersontheim-Rappoltshofen ist momentan zur Behebung eines Wasserschadens nicht belegt. Ebenso stehen die Unterkünfte in der Gerabronner Straße in Rot am See und in der Torstraße in Braunsbach aufgrund von Kündigungen derzeit leer. Weitere Kündigungen betreffen folgende kleine, angemietete Unterkünfte: Die Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünfte in Wolpertshausen (Haller Straße), Gaildorf (Eutendorfer Straße, Schulstraße) und Schwäbisch Hall (Michaelstraße) werden zu den Sommermonaten abgegeben. Auch die Unterkünfte in Fichtenau-Buckenweiler (Krokusstraße), Fichtenberg (Lönsweg), Schrozberg (Rothenburger Weg) und Langenburg (Atzenroder Kirchweg) werden zum 30. September als Quartiere für Geflüchtete aufgegeben. Im Laufe des Jahres folgen Kündigungen für Unterkünfte in Crailsheim (Gaildorfer Straße, Hammersbachweg), Schwäbisch Hall (Otterbacher Straße) und Bühlerzell (Wolfsgrabenstraße). Die meisten Flüchtlinge kommen mit 26 Prozent aus Afghanistan und dem Irak (19 Prozent). Vor einem Jahr bildeten die Syrer mit 31 Prozent die größte Gruppe.