Bürgermeisterwahl Entscheidende Wahlforen

Das ist die künftige Bürgermeister-Familie in Ilshofen (von links): Florentine (47), Felicia (15), Dominik (16),  Johanna (12) und Martin Blessing (47). Die Familie verfolgt aufmerksam die Bekanntgabe der Wahlergebnisse.
Das ist die künftige Bürgermeister-Familie in Ilshofen (von links): Florentine (47), Felicia (15), Dominik (16), Johanna (12) und Martin Blessing (47). Die Familie verfolgt aufmerksam die Bekanntgabe der Wahlergebnisse. © Foto: Elisabeth Schweikert
Ilshofen / Elisabeth Schweikert 06.02.2018

Die Wende macht Martin Blessing an den beiden Wahlforen in der vergangenen Woche fest. „Am Montag merkte ich, dass ich das Ruder herumgerissen habe“, berichtete Blessing am Mittwochabend nach dem Wahlforum der beiden Zeitungen. „Es war mucksmäuschenstill, ich hatte Blickkontakt mit den Zuhörern. Ich spürte: Die sind ganz bei mir. Die nehmen mir das ab, was ich sage, selbst wenn sie anderer Meinung sind.“

In den Wochen zuvor dürfte Kristina Nolde in der Wählergunst vorne gelegen sein, darauf deuten die Ergebnisse der Briefwahl hin. Mit 52,9 Prozent der Stimmen liegt dort Nolde vor Martin Blessing, der bei der Briefwahl 45,1 Prozent der Stimmen bekam. Bei den beiden Großveranstaltungen zeigte sich Blessing zudem mit vielen örtlichen Details vertraut, was darauf hinweist, wie tief er sich in die Gegebenheiten eingearbeitet hat. Dass er in den Teil­orten Ruppertshofen (69 Prozent) sowie Unter- und Oberaspach (66,4 Prozent) überdurchschnittlich viele Stimmen holte, führt Martin Blessing darauf zurück, dass er als „Kind vom Land“ auf gleicher Wellenlänge liege, dass er die dörflichen Aktivitäten sehr schätze und unterstütze.

Bis in die Nacht noch gefeiert

Am Wahlsonntag feierten Blessing und seine Frau Florentine noch bis 23.30 Uhr mit den Ilshofenern. Je später der Abend wurde, umso intensiver seien die Gespräche mit den Bürgern und Gemeinderäten verlaufen. „Ich habe das als sehr angenehm empfunden.“ Gestern Morgen, als er zum Dienst in der Haller Forstbehörde antrat, „wurde mir ein ganz toller Empfang bereitet“, freut sich Blessing.  Seine Kollegen hatten unter anderem eine Warnweste mit der Aufschrift „Bürgermeister“ besorgt und alle hatten unterschrieben.

„Anfangs war die Stimmung bei den Leuten deutlich zugunsten von Frau Nolde“, berichtet Christof Allinger, Ortsvorsteher in Unteraspach. Seiner Beobachtung nach gab den Ausschlag, dass Martin Blessing sich tiefer in die Gemeindebelange eingearbeitet hat. „Er war in den Kindergärten, der Schule, der Feuerwehr und den Ortschaften präsent. Er ist mehr in die Tiefe gegangen“, das hätten die Wähler honoriert.

„Frau Nolde ist eine gute Kandidatin“, wertet Allinger, „sie wurde in keiner Weise abgestraft“. Christof Allinger ist sich sicher, dass „sie ihre Chance noch bekommen wird. Vielleicht war es noch etwas zu früh“.

Klaus-Dieter Ziegler, Ortsvorsteher in Eckartshausen, ist „froh, dass im ersten Wahlgang eine Entscheidung getroffen wurde“. Er hätte sich allerdings eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht – sie lag bei 63 Prozent. „Wir hatten zwei gleichwertige Kandidaten.“ Dass Martin Blessing vorne lag, liegt nach Zieglers Einschätzung am offeneren und persönlicheren Gesprächsstil Blessings und dessen Verbundenheit zur Landbevölkerung. Auch habe sich Blessing „die letzten Wochen noch viel mehr reingehängt“. Möglicherweise habe auch gezogen, dass Martin Blessing mehr versprochen habe als Nolde.

„Mich hat überrascht, dass es eine so eindeutige Wahl gegeben hat“, sagt Martin Heynold, Ortsvorsteher aus Ruppertshofen. „Ich dachte, dass die Wahlergebnisse viel enger beieinander lägen.“ Dass Blessing in den ländlichen Teilorten besser ankam als Nolde, liegt nach Einschätzung von Heynold daran, dass viele den Eindruck hatten, dass die Außenorte mit Nolde nicht ganz so gut vertreten seien wie mit Blessing. Im sechsseitigen Wahlflyer von Kristina Nolde sei das Wort „Teilorte“ nur einmal vorgekommen, stellt Heynold fest.

Kristina Nolde und Ortsvorsteher Detlef Ziegler (Obersteinach) konnten bis Redaktionsschluss leider nicht erreicht werden.

Rudolf Berger steht hoch in der Wählergunst

Rudolf Berger,  Geschäftsführer bei BTE Biegetechnik und Sprecher der Fraktion CDU/Freie Wähler im Ilshofener Stadtrat wird von 21 Bürgern als Stadtoberhaupt der Stadt gewünscht. Diese hatten Bergers Namen auf den Stimmzettel geschrieben und keinen der offiziellen Bewerber angekreuzt. Auf Berger folgt in der Gunst der Wähler der amtierende Bürgermeister Roland Wurmthaler. 13 mal wurde dessen Name auf den Stimmzettel geschrieben. Weitere Bürger in der Wählergunst sind unter anderem:  Herbert Kraft, Tobias Knülle, Walter Stapf, Hans-Peter Tobies, Anja Ehrmann.