Wolpertshausen Energieschätzen auf der Spur

CAROLIN HOFFMANN 21.07.2014
Mit dem Smartphone verborgene Schätze finden, das ist Geo-Caching. Carolin Hoffmann, Mitglied unserer Jugendredaktion, hat sich mit einer Freundin in Wolpertshausen auf die Suche gemacht.

In einem Selbstversuch probiere ich im Rahmen der Aktion "Wir suchen Watt", die in Wolpertshausen, Schwäbisch Hall und Crailsheim angeboten wird, den Abenteuersport Geo-Caching aus. Darunter versteht man eine Art elektronische Schatzsuche, die immer populärer wird. Man kann nicht nur in der Natur wandern und Schätze suchen, sondern auch Wissenswertes über erneuerbare Energien erfahren.

Nach der Schule geht es los. Mit einem guten Mittagessen gestärkt, fahre ich mit einer Freundin nach Wolpertshausen, wo am Regionalmarkt Hohenlohe unser "Selbstversuch Geo-Caching" beginnen soll. Viel wissen wir nicht über dieses Abenteuer-Hobby. Nur, dass es darum geht, an bestimmten Orten sogenannte Caches (Verstecke) zu finden, die in unserem Fall Hinweise auf ein Lösungswort geben. Außerdem erwarten uns Infos rund um erneuerbare Energiequellen in Wolpertshausen.

Die Vorbereitungen haben wir am Vorabend getroffen. Eine spezielle App auf dem Smartphone, die selbsterklärende Bedienung verspricht, hilft uns hoffentlich, den richtigen Weg zu finden. Im Rucksack sind außerdem genügend Getränke verstaut. Zusätzlich haben wir uns Tipps aus dem Internet ausgedruckt. Schließlich haben wir keine Ahnung, was uns erwartet.

Nach kleineren Startschwierigkeiten, was die Bedienung der Anwendung mit dem Mobiltelefon betrifft, sind wir startklar und gespannt, was uns erwarten wird. Erstmal geht es Richtung Süd-Osten, vorbei an Wiesen, Feldern und Windrädern, die auch etwas mit der Schatzsuche zu tun haben. Noch liegt Ungewissheit in der Luft, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist und wir überhaupt einen der fünf Caches entdecken, die darauf warten, von uns aufgespürt zu werden. Schließlich bin ich mir bewusst, dass meine Orientierung nicht gerade die beste ist. Nach circa einer halben Stunde finden wir wider Erwarten tatsächlich das erste Plastikröhrchen, dass uns unserem Ziel und dem Lösungswort ein Stückchen näher bringt.

Die Ungewissheit weicht allmählich Abenteuerlust. Endlich dürfen wir unseren ersten Eintrag im beigelegten Logbuch machen, in dem sich schon viele Spurensucher vor uns verewigt haben. Danach sind schnell die nächsten Koordinaten eingegeben und wir marschieren frohen Mutes mit unserem elektronischen Kompass weiter Richtung Wald.

Schuhe und Strümpfe sind nach wenigen Schritten durchnässt

Traumwetter herrscht nicht gerade an diesem Tag, woran uns der leichte, aber ständige Nieselregen erinnert. Ich gestehe mir beim Gehen durch die feuchten Wiesen ein, dass der Internet-Tipp "festes Schuhwerk" vielleicht doch nicht so schlecht gewesen war. Leider hatte ich ihn bei meinen Vorbereitungen ignoriert, weshalb meine Schuhe mitsamt den Strümpfen nach wenigen Schritten durchnässt sind.

Den nächsten Cache finden wir in der Nähe eines Grillplatzes, der mit seinen Bänken und Stühlen gleichzeitig die perfekte Gelegenheit für eine kleine Pause bietet. Kurzes Verschnaufen muss natürlich auch beim Geo-Caching erlaubt sein. Mittlerweile sind wir schon eine gute Stunde unterwegs. Beim Pausieren planen wir die restliche Route, dann führt uns das Handy weiter auf eine geteerte Straße in das Dorf hinein. Ein kleiner Bäcker am Straßenrand weckt sofort unsere Aufmerksamkeit.

Mit Butterbrezeln in der Hand und neuer Energie in den Knochen steuern wir schließlich das Energiezentrum Wolpertshausen an. Mit Hilfe eines Zahlenrätsels und - zugegeben - eines Mitarbeiters des Energiezentrums, der genau zur rechten Zeit am rechten Ort war, um uns auf die richtige Spur zur bringen, finden wir nun auch das, worum es bei diesem Hobby eigentlich geht: die versteckte Box mit den kleinen "Schätzen" (darunter eine Figur aus einem Überraschungs-Ei, eine kleine Haarklammer und ein Mini-Notizbuch). Davon darf man sich nur einen aussuchen, wenn man ihn gegen einen neuen austauscht. Da wir das nicht bedacht haben, bleibt uns nichts, als die Box wieder zu verstecken und weiterzuwandern. Denn unsere Mission ist noch nicht beendet. Nun gilt es, die fehlenden Caches zu suchen und damit das Energierätsel mit dem richtigen Lösungswort zu knacken.

Irgendwann ist es dann geschafft. Der Handy-Akku ist fast leer, die Getränke aufgebraucht, wir sind nass vom Regen. Das Wichtigste: Das Lösungswort, das natürlich geheim bleiben muss, ist gefunden. Wir sind nach gut drei Stunden zwar geschafft, aber glücklich, die Herausforderung auch als Ungeübte gemeistert zu haben.

Fazit: Geo-Caching sollte jeder einmal ausprobiert haben, besonders mit Freunden kann es sehr lustig und eine willkommene Abwechslung sein. Ob es unser neues Hobby wird, wissen wir zwar nicht, aber wir sind jetzt auf jeden Fall um eine Outdoor-Erfahrung reicher.

Info Die Autorin Carolin Hoffmann ist 18 Jahre alt, ihre Freundin Regina Albrecht 20. Sie besuchen das Wirtschaftsgymnasium in Crailsheim.

Die GPS-Energie-Schatz-Suche zwischen Kocher und Jagst

Ausprobieren "Wir suchen Watt" wird noch bis zum 30. September angeboten. Unter www.wirsuchenwatt.de stehen drei Geo-Cachings zur Auswahl: Schwäbisch Hall, Wolpertshausen und Crailsheim. Die drei Routen werden vorgestellt. Es gibt Informationen über die geschätzte Wanderzeit, die Weglänge, die Anzahl der Caches und ob der Weg auch für Kinder geeignet ist. Auf der Webseite findet sich zudem auch ein ABC des Geo-Caching, das viele Fragen beantwortet.

SWP