Der neue Oberbürgermeister von Ellwangen heißt Michael Dambacher. Karl Hilsenbek ist nun noch bis 18. Juli im Amt, dann übernimmt der „Neue“ das Ruder. der 39-jährige Dambacher konnte am Sonntag bei einer Wahlbeteiligung von 44,46 Prozent die Mehrheit der gültigen Stimmen, 65,65 Prozent, hinter sich bringen. Mitbewerber Matthias Renschler landete bei respektablen 34,08 Prozent.

Wer mit einer faustdicken Überraschung geliebäugelt hat, sah sich getäuscht. Fast hätte Dambacher ja schon der erste Wahlgang am 26. Mai gereicht, mit 49,44 Prozent hatte er nur knapp die absolute Mehrheit verfehlt. Als dann die dritte Bewerberin, Sabine Heidrich, nicht mehr zum zweiten Wahlgang antrat, hätte – wenn Milchmädchenrechnungen je aufgehen würden – theoretisch ja der Großteil der Heidrich-Wähler zu Matthias Renschler umschwenken können. Aber diese Rechnung kann man so natürlich nicht aufmachen, und so baute Dambacher seinen Vorsprung vielmehr auf fast genau zwei Drittel der gültigen Stimmen aus.

Dambacher profitiert stark von den Teilorten

Dabei sahnte er vor allem in den Teilorten ab: Während er in der Kernstadt 56,87 Prozent der Stimmen errang, wählten ihn in Pfahlheim satte 80,75 Prozent. In Rindelbach waren es 68,65 Prozent, in Röhlingen 77,24 Prozent und in Schrezheim 71,34 Prozent.

Dem allgemeinen Trend folgend, nimmt die Briefwahl immer größere Bedeutung ein; das traf jetzt am Sonntag ganz besonders zu, weil zurzeit Schulferien sind und deshalb von der Briefwahl noch mehr Bürger als sonst Gebrauch gemacht haben.Die zuerst ausgezählten Ergebnisse der Urnenwahlen ließen zunächst eine geradezu blamabel geringe Wahlbeteiligung von unter 30 Prozent erwarten, doch OB Hilsenbek winkte gleich ab: „Wartet auf die Briefwahl!“. Und er hatte recht. Während 5429 Ellwanger im Wahllokal ihre Stimme abgegeben hatten, hatten 3165 per Brief gewählt, das sind immerhin rund 37 Prozent aller Wähler.

Und das trieb die Wahlbeteiligung dann doch noch auf respektable 44,46 Prozent hoch. Schon vor 19 Uhr lag das Endergebnis vor (das am Montagabend voraussichtlich noch formell vom Gemeindewahlausschuss bekannt gegeben wird).

Mit Feuerwehr und Bürgergarde

Im Foyer des Rathauses hatten Sonntagabend bereits viele Bürger den Fortgang der Auszählung verfolgt, um sich dann den Menschen am Fuchseck anzuschließen, wo der designierte neue Oberbürgermeister gefeiert wurde. Die Bürgergarde marschierte ans Fuchseck, wo auch eine Abordnung der Feuerwehr Aufstellung genommen hatte. Rund 400 Bürger rahmten die Feier ein. Oberbürgermeister Karl Hilsenbek dankte beiden Kandidaten für den fairen Wahlkampf und gab das Ergebnis bekannt. Das gab Applaus und einen donnernden Salut der Bürgergarde.

Ellwangen

Michael Dambacher bedankte sich bei seinen Wählern und Helfern und freute sich, dass „13 Wochen Wahlkampf so positiv ausgegangen“ seien. Das gute Ergebnis sei für ihn Motivation, Ellwangen und die Teilorte voran zubringen. Er dankte auch seinen Mitbewerbern für den „fairen Wahlkampf“, der auf Augenhöhe geführt und ihn dem „keine schmutzige Wäsche gewaschen“ worden sei.

Abschließend gratulierte der Jagstzeller Bürgermeister Raimund Müller im Namen der Amtskollegen im Bürgermeistersprengel.

„Unheimlich fair“

Der unterlegene Bewerber Matthias Renschler bezeichnete den Wahlkampf als „unheimlich fair“. Dass er Dambacher vermutlich nicht würde einholen können, habe er geahnt, aber es sei gute demokratische Gepflogenheit, dass den Wählern auch im zweiten Durchgang noch eine echte Wahl geboten werden müsse. Für ihn sei es „eine schöne Zeit“ gewesen, er bedaure nur die seines Erachtens zu geringe Wahlbeteiligung.

Neue Herausforderungen waren auf Dambacher

Michael Dambacher antwortete auf die Frage, worauf er sich nun am meisten freue: „Darauf, viele neue Leute kennenzulernen, neue Aufgaben und Herausforderungen,“ Ihn erwarte nun eine sehr spannende Zeit. Seinen großen Erfolg auch in den Teilorten begründete er damit, durch sein Amt als Bürgermeister von Bühlertann die Nöte, Sorgen und Erwartungen zu kennen.

Im Gespräch der Redaktion mit Vertretern der Gemeinderatsfraktionen kristallisierte sich vor allem heraus, dass alle ursprünglich drei Kandidaten eine gute Wahl gewesen wären. Auf eine gute Zusammenarbeit mit Dambacher freuen sich sowohl Freie als auch CDU, SPD und Grüne.

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