Künzelsau Hohenlohische Technik für Berliner Elektrobusse

Ein Elektrobus steht östlich des Brandenburger Tors auf dem Pariser Platz.
Ein Elektrobus steht östlich des Brandenburger Tors auf dem Pariser Platz. © Foto: Firmenfoto: Ziehl-Abegg
Berlin / ht 01.08.2018
Touristen sollen umweltfreundlich durch die Metropole gefahren werden. Das Künzelsauer Unternehmen Ziehl-Abegg liefert die getriebelosen Radnabenantriebe für das Projekt.

Der Fahrzeugaufbauer Tassima AG, der Zulieferer Ziehl-Abegg Automotive GmbH & Co. KG und der Engineering-Partner IAV GmbH gehen eine strategische Partnerschaft ein. Ab 2019 wollen die Partner Touristen-Doppeldeckerbusse elektrifizieren.

„In Berlin kennt sie jeder: Die Doppeldeckerbusse, mit denen Touristen aus aller Welt ihre Rundfahrten durch die Hauptstadt unternehmen“, schreibt Ziehl-Abegg in einer Pressemitteilung. Die Busse waren zunächst für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Liniendienst unterwegs und wurden im Anschluss für ihre zweite Karriere in der Tourismusbranche umgebaut. Die das Stadtbild prägenden Doppeldecker Busse erfreuten sich bei den Fahrgästen großer Beliebtheit, verfügten jedoch mit ihren veralteten Dieselmotoren über keinen zeitgemäßen Antrieb.

Die Projektpartner Tassima, Ziehl-Abegg und IAV wollen ein Zeichen setzen und für diese Doppeldecker-Flotte einen umweltfreundlichen E-Antrieb entwickeln, der den Wunsch der Busbetreiber nach einem emissionsfreien und nahezu geräuschlosen Fahrzeug erfüllt. Geplant ist, ab 2019 die ersten Doppeldecker-Busse dieses Typs zu elektrifizieren.

Ziehl-Abegg konstruiert, entwickelt und produziert die elektrische Antriebsachse als Plug-and-play-Umrüstsatz für dieselbetriebene Fahrzeuge. Die E-Motoren und die Leistungselektronik sind in die Radnaben integriert. Das führt zu einer kompakten Bauform, die besonders für Niederflurbusse geeignet ist. Die Batterie wird für diesen Anwendungszweck ausgelegt und je nach Reichweitenanforderung in ihrer Größe angepasst. Sie ist nach dem Umbau dort untergebracht, wo sich zuvor der Dieselmotor befunden hat.

Ralf Arnold, Geschäftsführer Ziehl-Abegg Automotive: „Unser ZAwheel ist die effizienteste Art, einen Stadtbus anzutreiben – das wirkt sich direkt positiv auf die Größe der Batterie aus und spart dauerhaft Kosten.“

Roland Prejawa, Aufsichtsratsvorsitzender Tassima: „Mit unseren engen Kontakten zu Stadtrundfahrtbetrieben kennen wir die Bedürfnisse der Unternehmen und wissen, was Städte in den nächsten Jahren fordern werden. Mit attraktiven Finanzierungsmodellen werden wir den Unternehmen die Umrüstungsentscheidung leicht gestalten. In einem geplanten Werk in Brandenburg wollen wir in den nächsten Jahren mehrere hundert Fahrzeuge umrüsten und so unseren Beitrag zu sauberen und leiseren Städten leisten.“

3900

Mitarbeiter hat der Künzelsauer Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg auf der ganzen Welt, 2200 arbeiten in Süddeutschland.

Die drei Projektpartner Tassima, Ziehl-Abegg und IAV

Die Tassima AG ist spezialisiert auf die touristische Nutzung von Bussen und den Umbau von Dieselnutzfahrzeugen auf Elektroantrieb. Tassima wird die von IAV gelieferten Teilesätze in die Doppeldeckerbusse einbauen.

Ziehl-Abegg gehört zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft-, Regel und Antriebstechnik. Ziehl-Abegg hat schon in den fünfziger Jahren die Basis für moderne Ventilatorenantriebe gesetzt: Außenläufermotoren, die noch heute weltweit Stand der Technik sind. Ein weiterer Bereich sind elektrische Motoren, die beispielsweise in Aufzügen, medizinischen Anwendungen oder Tiefsee-Unterwasserfahrzeugen für Antrieb sorgen.

IAV ist mit mehr als 7000 Mitarbeitern einer der weltweit führenden Enginee­ring­-Partner der Automobilindustrie. Das Unternehmen entwickelt seit 35 Jahren innovative Konzepte und Technologien für zukünftige Fahrzeuge.

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