Schwäbisch Hall Einsatz für Hessentaler Bahnhof

Selbst ein normaler Koffer passt nicht richtig auf die Rampe der Unterführung in Hessental.
Selbst ein normaler Koffer passt nicht richtig auf die Rampe der Unterführung in Hessental. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Tobias Würth 11.08.2015
50 Millionen Euro will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt dafür verwenden, Rampen und Aufzüge zu bauen. Doch der Hessentaler Bahnhof ist wohl nicht klein genug fürs Investitionsprogramm.

Eine gewisse Verzweiflung ist aus dem Schreiben herauszulesen, das SPD-Bundestagsabgeordnete Annette Sawade – zusammen mit OB Pelgrim – an den Verkehrsminister Winfried Hermann in Stuttgart geschrieben hat: „Während der Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental für die meisten bisherigen Förderprogramme zu klein war, ist er für das eingangs erwähnte Programm deutlich zu groß.“ Gefördert werden sollen Bahnhöfe mit weniger als 1000 Aus- und Einstiegen pro Tag. DB-Station und Service gibt die genauen Zahlen für Hessental nicht raus – da auf der Schiene ein Wettbewerb bestehe. Es seien aber weit mehr als 1000 Reisende, teilt ein Sprecher auf HT-Anfrage mit.

Schon im aktuellen Ausbauprogramm ist Hessental nicht dabei. Nun könnte es beim zukünftigen, das bis 2018 fertig abschlossen sein soll, fehlen. „Die Deutsche Bahn erarbeitet derzeit eine Liste mit den in Frage kommenden Bahnhöfen. Ob Bahnhöfe aus dem Landkreis Schwäbisch Hall enthalten sein werden, wird erst mit Fertigstellung der Liste feststehen“, teilt das Stuttgarter Verkehrsministerium mit.

Sawade fordert: „Für den Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental hoffe ich auf einen baldigen Umbau. Die vielen Pendler wünschen sich einen modernen Bahnhof (mit Toilette!) an diesem wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen Heilbronn, Stuttgart und Crailsheim – aus welchem Fördertopf dann die Mittel fließen, ist für die Bahnreisenden unerheblich.“

Sawade legt ein nächstes Argument in die Waagschale: „Besonders die Ankündigung der Deutschen Bahn, Hessental ab 2018 mit einer IC-Verbindung wieder an den Fernverkehr anzuschließen, macht einen barrierefreien Umbau mehr als nötig.“

Auch die Haller Stadtverwaltung bemüht sich. „Der Bahn wurde das Angebot gemacht, das Bahnhofsgebäude und den Vorplatz zu erwerben, mit der Auflage die Sanierung der barrierefreien Zugänge zu den Bahnsteigen vorzunehmen, um die Aufenthaltsqualität unter anderem durch eine Überdachung zu gewährleisten“, teilt die Stadtverwaltung mit. „Wir erwarten eine Antwort vom Generalbevollmächtigten der Bahn im Herbst.“

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gibt die Marschrichtung vor: „Die Bahn kann das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden. Dazu gehört auch die Modernisierung der kleinen Bahnstationen.“ An solchen Äußerungen wird er in Schwäbisch Hall gemessen werden.