So wie der Titel seines neuen Buches „Lost in Trainstation“ war auch der Gast des Abends Peter Littger: „lost“  – verloren am „schönen“ Bahnhof Hessental, bevor er, eingeladen von Kulturbüro, Stadtbücherei und Buchhandlung Osiander, in der Stadtbücherei ankam. Der Wahlberliner knöpft sich auf humorvolle Weise die deutsche Sicht auf die englische Sprache vor. Denglisch gehört dazu und Filser-Englisch, also Ausdrücke, die schamlos aus dem Deutschen ins Englische übernommen werden. Beispiel: „You are on the woodway“.

Der Begriff Filser-Englisch geht auf die von Ludwig Thoma erfundene literarische Figur des Jozef Filser zurück, der in furchtbar fehlerhaftem Bayerisch Briefe schreibt. Deshalb wird bewusst übertrieben falsches Englisch Filser-Englisch genannt.

Peter Littger ist ein Jäger und Sammler von sprachlichen Fehltritten. So beamt er als erstes ein Foto des Restaurants „Pizza Hut“ an die Leinwand. Schon lacht das Publikum. „Dieser Name hat bei mir schon sehr früh Fragen aufgeworfen“, bemerkt Littger. Hut wie Hut? Nur Deutsche verstehen das so. Dass Hut die Hütte ist, wird vielen nicht bewusst. Littger findet Schilder mit falschen Übersetzungen, die den Autor im blauen Goldknopfblazer zu roter Hose köstlich amüsieren. Beispielsweise wenn an einem Brunnen „Kein Trinkwasser – no Drinkwater“ steht statt „no potable water“. Oder wenn der Personaleingang „personal input“ genannt wird. Aber den größten Lacher für sprachliche Irrwege bekommt die Übersetzung für Kaiserschmarrn mit Apfelmus, gefunden an einem Straßenstand: „Emperors Nonsens with Apple-Mush“. Ist das Unwissenheit oder Humor? Vieles ist einfach nur verwirrend, wie der „NOT-STOP“- Knopf an einer deutschen Maschine.

Nachdem die Zuhörer viel zu lachen hatten – über die Fehler anderer lacht es sich ja immer am besten – liest der Autor aus seinem Buch „The devil lies in the detail“. Nach diesem amüsanten Abend bleibt zu sagen: „Holla, the Woodfairy!“. Dieser Peter Littger ist „washed with all waters“, nur schade, dass um neun Uhr in Hall „dead trousers“ ist, sonst würde man gerne noch mit ihm auf dem Weihnachtsmarkt einen „Glow-Wine“ trinken.