Schon gehört? Brille fällt ins Wasser: Welle der Hilfsbereitschaft

Der DLRG-Taucher Roman Weller hat die dringend benötigte Brille gefunden.
Der DLRG-Taucher Roman Weller hat die dringend benötigte Brille gefunden. © Foto: privat
Schwäbisch Hall / Monika Everling 09.10.2018
Ein Urlauber verliert seine Brille im Starkholzbacher See. Aber ohne sieht er fast nichts. Einige Passanten und die Haller DLRG helfen.

„Ich habe gezittert vor Kälte, und ich war verzweifelt.“ Für André Braun war es eine mittlere Katastrophe: Der Berliner ist dringend auf seine Brille angewiesen. Und dann plumpst diese ihm am Freitag vorletzter Woche, einem warmen Tag, in den Starkholzbacher See. Das kam so: „Ich habe vor etwa 30 Jahren mal für drei Jahre in Schwäbisch Hall gewohnt und habe aus dieser Zeit noch Freunde in Starkholzbach, die ich jedes Jahr für mehrere Wochen besuche. Ich mache dann Radtouren und gehe täglich zwei- bis dreimal im See schwimmen. Kürzlich, kurz bevor ich wieder abreisen musste, wollte ich noch einmal am Starkholzbacher See Sonne tanken – zum Baden war es schon zu kalt. Und als ich mich eben auf den Steg legte, hörte ich es platschen: Meine Brille war durch die Ritzen des Steges ins Wasser gefallen. Dazu muss man wissen, dass ich sehr stark kurzsichtig bin und ohne diese Brille fast nichts sehe. Und ich musste doch bald abreisen!“

Braun ist dann ins kalte Wasser gesprungen und hat nach seiner Brille gesucht. Doch das war fast aussichtslos, weil er ja ohne Brille nur sehr verschwommen sieht. Er versuchte, das Gestell mit den Füßen zu ertasten, aber auch das gelang nicht.

Am Ufer waren einzelne Spaziergänger unterwegs. „Ich musste mich einfach mitteilen, ich war ja total durchgefroren und verzweifelt“, erzählt er am Telefon noch immer aufgewühlt. Er sprach eine Frau an, nach und nach kamen eine weitere Frau und zwei Männer hinzu. Die Passanten hatten Mitleid. Ein Mann kauerte lange auf dem Steg und versuchte, die Brille zu entdecken. „Ich war sehr gerührt von der Hilfsbereitschaft dieser Leute“, sagt Braun. Eine Frau hatte ein Handy, eine andere kannte jemanden von der DLRG und rief diese Person an. Man stellte Braun in Aussicht, mit der Tauchgruppe der DLRG vielleicht an einem der nächsten Tage eine Tauch-Übung an der Stelle zu machen.

Aber schon tags darauf kam ein einzelner Taucher. Roman Weller hatte es nicht weit zum See, er wohnt nämlich in Bibersfeld. „Er hatte Scheinwerfer mit und sogar ein Metallsuchgerät“, berichtet Braun. Weller brauchte nur etwa 10 bis 15 Minuten, um die Brille zu finden. Und Braun, zutiefst dankbar, konnte als Sehender weiterreisen.

Das ist ein Infokasten
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel