Schwäbisch Hall Eine weitere "Pelgrimzone"?

Flyer des Bürgerforums: P stehe für Pelgrim und Parkhaus.
Flyer des Bürgerforums: P stehe für Pelgrim und Parkhaus. © Foto: tob
Schwäbisch Hall / TOB 06.11.2014
Großen Politikern wird nachgesagt, sich mit monumentalen Bauten ein Denkmal zu setzen. Was wird von den Amtsperioden des Schwäbisch Haller Oberbürgermeisters Hermann-Josef Pelgrim bleiben? "P wie Pelgrim" - und wie Parken.

Das zumindest glauben Mitglieder des Bürgerforums Schwäbisch Hall. Sie haben viele Postkarten in der Stadt per Hand verteilt, an strategischen Punkten platziert und in Briefkästen geworfen.

Der Vorwurf: Zunächst wurde per Bürgerworkshop ein Sportpark konzipiert. Nun entstehe auf der Weilerwiese eine Tiefgarage samt Ärztehaus und Zwillingsgebäude. "Die Haller Jugendpolitik bleibt unterirdisch!", steht als Schlussfolgerung auf der Postkarte. Und das sei wörtlich zu verstehen: "Wir freuen uns auf der Weilerwiese eine weitere Pelgrimzone für ganzjähriges und regengeschütztes Skaten eröffnen zu können."

Auf der Postkarten-Wurfsendung steht: Guido Kühn. Der einstige Professor der nicht mehr existierenden Fachhochschule für Gestaltung in Hall gibt seinen Namen stellvertretend für die Mitglieder des Bürgerforums an.

"Die ich rief, die Geister - werd ich nun nicht los", denkt sich vielleicht Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Er hatte im Oktober 2012 Bürger eingeladen, beim Stadtleitbild mitzuarbeiten. Einige beklagten sich hinterher: Ihre Ideen seien aber unterdrückt worden. Daraufhin gründete sich das Bürgerforum. Aus ihm sind zwei Gegenkandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl 2013 hervorgegangen. Leserbriefe und öffentliche Workshops dieser Gruppe folgten. Vor zehn Tagen konfrontierte eine Bürger-Forum-Aktivistin OB Pelgrim mit scheinbaren Widersprüchen am Ende eines Vortrags bei Alt Hall. Der Oberbürgermeister hat offensichtlich Kritiker, die ihm wie sein eigner Schatten überallhin verfolgen.

Ein Aha-Erlebnis löste kürzlich Grünen-Stadträtin Damiana Koch im Haller Gemeinderat bei vielen ihrer Kollegen aus. Bisher waren die Mitglieder des Rats der Meinung, dass kein Teilnehmer des Bürgerforums bei den Wahlen im Frühjahr genug Stimmen bekam - so gut wie keiner der engagierten Bürger trat zur Wahl an. Nun outete sich Koch: Sie fühle sich als Vertreterin des Bürgerforums.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel