Region Eine Chance für Menschen mit Behinderung

SWP 31.12.2013
In der Küche fühlt sie sich wohl, und die Arbeit geht ihr leicht von der Hand. Juliane Abel (20) aus Niederstetten ist schwerbehindert. Ihr Job als Beiköchin macht ihr Spaß, und sie fühlt sich akzeptiert.

"Arbeit zu haben ist wichtig. Ich will selbständig sein und auch mein eigenes Geld verdienen. Nur zu Hause sitzen wäre nichts für mich", beschreibt Juliane Abel ihre Motivation. Mit diesem Ziel vor Augen hat sie eine Ausbildung zur Beiköchin in den sozial-therapeutischen Gemeinschaften Weckelweiler bestanden.

Die Suche nach einem Arbeitsplatz gestaltete sich jedoch schwierig. Trotz vieler Bewerbungen reagierten Arbeitgeber zurückhaltend. Unterstützung fand sie bei der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim und beim Beruflichen Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft in Tauberbischofsheim (BFZ), das ihr bei ihrer Suche half. Abel hatte Erfolg: Nach einem Praktikum in einem Hotel machte sie im städtischen Alten- und Pflegeheim Bad Mergentheim ein weiteres dreiwöchiges Praktikum und bekam im Anschluss einen Arbeitsvertrag. "Es hat von Anfang an gut gepasst", sagt Ursula Faul, Küchen- und Hauswirtschaftsleiterin im Alten- und Pflegeheim - und direkte Ansprechpartnerin von Abel. Am Anfang sei die junge Frau etwas zurückhaltend gewesen. Doch als sie bemerkte, dass man ihr viel zutraut und sie ermutigte, wuchs ihr Selbstvertrauen, und sie wurde offener. Faul weiß, wie wichtig dieses Zutrauen ist: "Menschen mit Einschränkungen können am richtigen Platz fast alles. Man muss vielleicht öfter zeigen, wie es geht, aber ein geht nicht, gibt es nicht."

Eric Hohmann vom BFZ weiß: "Ein Praktikum bietet Behinderten die Chance, ihre Arbeitsfähigkeit unter Beweis zu stellen und erleichtert den Weg in das Berufsleben. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine gute Chance, sich kennenzulernen."