Braunsbach Kochertalbrücke: Die höchste Brücke Deutschlands wird 40 Jahre alt

Seit 40 Jahren prägt die Kochertalbrücke das Landschaftsbild bei Geislingen. Zum Jubiläum bekommen Interessierte am 14. Juli die Möglichkeit, den Hohlkörper der Brücke zu Fuß zu durchqueren.
Seit 40 Jahren prägt die Kochertalbrücke das Landschaftsbild bei Geislingen. Zum Jubiläum bekommen Interessierte am 14. Juli die Möglichkeit, den Hohlkörper der Brücke zu Fuß zu durchqueren. © Foto: Archiv/Ufuk Arslan
Braunsbach / Norbert Acker 23.01.2019
40 Jahre alt wird die Kochertalbrücke bei Geislingen in diesem Jahr. Das ist Grund genug, am 14. Juli eine große Feier für Deutschlands höchste Talbrücke zu planen.

Von einer „Riesensache“ spricht Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch, wenn er an den 14. Juli denkt. Denn an diesem Tag will die Gemeinde das 40-Jahr-Jubiläum der Kochertalbrücke im Verlauf der A 6 groß feiern. Als Ehrengäste erwartet Harsch unter anderem Landesverkehrsminister Winfried Hermann sowie einen Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium. Diese kommen dann wie die anderen Gäste in den Genuss eines besonderen Angebots: Es wird ausnahmsweise möglich sein, den Hohlkörper der Brücke unter der Fahrbahn zu Fuß zu durchqueren. „Das ist ziemlich beeindruckend“, sagt Harsch, der die Strecke schon einmal gegangen ist.

Durch den Brückenkörper

Geplant ist, dass die Interessenten vom Kulturhaus Geislingen, wo das zentrale Brückenfest gefeiert werden soll, mit Bussen hoch zur Brücke gebracht werden sollen. Dort hätten die Gruppen dann die Möglichkeit, von Ost nach West durch den Brückenkörper geführt zu gehen, so Bürgermeister Frank Harsch. Dann geht es wieder zurück ins Kochertal. Man habe einen „internen Aufruf“ in der Verwaltung, Feuerwehr und dem Gemeinderat gemacht, um diese Begehung zu proben und die sicherheitsrelevanten Aspekte auszutesten. „Wir müssen ja wissen, wie lang so eine Gruppe für den Weg braucht“, sagt der Bürgermeister. So könne man zuverlässig berechnen, wie viele Busse man benötige und wie viele Personen man zwischen 11 und 17 Uhr durch die Brücke schleusen könne. Harsch schätzt, dass eine Gruppe wohl aus 40 Personen bestehen wird.

„Wir bekommen regelmäßig Anrufe von Personen oder Wandergruppen, die einmal durch den Brückenkörper gehen wollen, sicherlich einen pro Monat“, erzählt Harsch. Denen müsse man leider immer absagen, aber am 14. Juli würde sich die Möglichkeit ja ergeben. Der Schultes rechnet mit einem großen Interesse, deshalb werde man im Februar oder spätestens im März im Internet mit der Ticketvergabe beginnen. Eine entsprechende Website werde eingerichtet.

Vielfältige Aspekte

Das für die Kochertalbrücke zuständige Regierungspräsidium (RP) Stuttgart ist in die vorbereitenden Überlegungen für das Fest mit eingebunden. „Derzeit werden die vielfältigen Aspekte, die mit dem Betreten des Hohlkastens verbunden sind, verwaltungsintern und mit der Gemeinde erörtert“, erklärt Désirée Bodesheim von der Pressestelle des RP. „Insbesondere die zuständige Autobahnmeisterei ist maßgeblich mit einbezogen.“ Im Übrigen wirke das RP koordinierend mit. Auch Regierungspräsident Wolfgang Reimer werde zum Brückenfest kommen.

Rund 10.000 Euro steckt die Gemeinde Braunsbach in das Fest. Am Geislinger Kulturhaus wird unter anderem ein Zelt für die Verpflegung aufgebaut. „Detaillierte Infos zur Geschichte der Brücke wird es dann im Kulturhaus und natürlich im Brückenmuseum geben“, verspricht Bürgermeister Harsch. „Wir freuen uns jetzt schon auf viele Gäste.“

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22,4 Millionen Euro in drei Jahren investiert

Zwischen Sommer 2013 und Frühjahr 2016 ist die Kochertalbrücke ertüchtigt und vollständig saniert worden. Im Rahmen der Ertüchtigung wurde durch eine zusätzliche Verstärkung der Betonstege und der Bodenplatten im Hohlkasten der Brücke deren Tragfähigkeit erhöht. Dadurch ist das sogenannte „Lastniveau“ an die derzeit geltenden Regelwerke angepasst worden.

Bei den Sanierungsarbeiten wurden die Brückenkappen und der Fahrbahnbelag inklusive der darunterliegenden Abdichtung, die Schutzeinrichtungen – also die Fahrzeugrückhaltesysteme und der Übersteigschutz –, die Entwässerungseinrichtungen im gesamten Brückenbereich sowie die Übergangskonstruktionen erneuert. Zudem wurden umfassende Betoninstandsetzungsarbeiten erledigt. „Außerdem wurden die Brückenlager ausgetauscht und durch neue Lager mit höheren zulässigen Auflasten ersetzt“, erklärt Désirée Bodesheim von der Pressestelle des für die Brücke zuständigen RP Stuttgart.

Die Bauarbeiten erfolgten in drei Bauphasen, wobei der Verkehr unter Aufrechterhaltung von jeweils zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung weiterfließen konnte. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme lagen bei rund 22,4 Millionen Euro, für die der Bund als Träger aufgekommen ist.

Die Instandsetzung der Brücke ist 2016 mit dem undotierten Deutschen Brückenbaupreis in der Kategorie „Straßen- und Eisenbahnbrücken“ ausgezeichnet worden.

Im Zuge des in den kommenden Jahren geplanten sechsstreifigen Ausbaus der A 6 ist vorgesehen, die Brücke mit jeweils drei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung ohne Standstreifen zu betreiben. Dazu sind laut Aussage des Regierungspräsidiums aber keine weiteren Ertüchtigungsmaßnahmen erforderlich. noa

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