Motorsport Ein Weltmeister feiert mit

Bühlertann / Michaela Christ 15.06.2018
Der MSV veranstaltet am Sonntag sein 25. Oldtimertreffen. Der fünffache Motorrad-Weltmeister Toni Mang ist auch dabei.

Seit 25 Jahren trifft sich einmal im Jahr die Crème de la Crème der lokalen Oldtimerszene in Bühlertann. Zur Vierteljahrhundertsfeier am kommenden Sonntag hat der Motorsportverein gleich mehrere Persönlichkeiten ins Schwäbische Oldtimer-Mekka eingeladen. Vorneweg einen Weltmeister. „Toni Mang, Deutschlands erfolgreichster Straßenrennfahrer“, verrät Engelbert Stirner (49), Vorstand des Motorsportvereins (MSV) Bühlertann. Anton „Toni“ Mang aus Inning am Ammersee ist fünffacher Motorrad-Weltmeister im Straßenrennsport und „ewiger“ Weltmeister in der 350-Kubikzentimeter-Klasse. Am Ende der Saison 1982 wurde diese Klasse gestrichen, sodass es nach Mang nie wieder einen 350er-Weltmeister geben wird. „Er wird nicht alleine kommen“, weiß Wolfgang Fuchs (61), auf dessen Betriebsgelände und angrenzenden Wiesen das Treffen stattfindet.

Mit dabei ist seine Kawasaki-grüne Weltmeistermaschine KR 250 mit wassergekühltem Zweizylinder-Tandem-Motor mit Drehschiebersteuerung. Eine echte Werksrennmaschine, in Handarbeit hergestellt, aus den Achtzigerjahren und damit heute – obwohl einst allen anderen Rennmaschinen überlegen – ein Oldtimer. Sie wird am Sonntag die Reihe der Zweiräder anführen, zu denen auch Motorräder mit Seitenwagen, Roller, Mopeds und Fahrräder zählen.

„Andere Persönlichkeiten sind dominant rot und zwischen 400 und 700 PS stark“, zählt Stirner weiter auf. Die Rede ist von Ferrari, Lamborghini, Porsche und Co. – eine Youngtimer-Sonderausstellung PS-starker Sportfahrzeuge, die sich entlang der Haller Straße positionieren werden. Der Großteil aber sind Oldtimer, weit über 500 Fahrzeuge von Pkw, Lkw, Bussen, Feuerwehrautos bis hin zu Schleppern, deren Erstzulassung vor mindestens 30 Jahren war.

Der Star 1 ist voll fahrbereit

Fast auf den Tag genau 113 Jahre alt ist der original Star-Rennwagen von 1905, der zu den ältesten Rennwagen gehört, die heute noch existieren und voll fahrbereit sind. Der Viertakter mit sehr langsamer Motorendrehzahl bei sehr hohem Drehmoment wird am Sonntag nicht nur zu sehen sein, sondern man wird ihn auch deutlich heraushören können. „Es ist ein Auto mit Geschichte“, sagt Fuchs über das Fahrzeug, das einst einem indischen Maharad­scha gehörte.

Gebaut wurde der Star im englischen Wolverhampton, wo der Automobilhersteller Star seinen Sitz hat. Anfang 1900 versuchte Star den Einstieg in den großen internationalen Motorsport, speziell in den Gordon-Bennett-Cup. Hierfür baute er 1905 zwei Exemplare eines völlig neu entwickelten Rennwagens. Sir Alfred Hickman, Industrieller und Parlamentsabgeordneter, meldete einen der beiden Rennwagen an, diesem wurde später die Startnummer 1 auf den Kühler geschrieben. Harry Goodwin lenkte ihn. Victor George Taylor war der begleitende Mechaniker. Am 30. Mai 1905, also fast auf den Tag genau vor 113 Jahren, ging der Star 1 als erster Wagen beim britischen Ausscheidungsrennen auf der Isle of Man auf die Strecke. Er belegte den vierten Platz.

Tempo war demnach nicht seine Stärke, dennoch fiel er aufgrund seiner Zuverlässigkeit auf, denn er legte die schwierige, rund 420 Kilometer lange Strecke mit nur minimalen technischen Problemen zurück. Da bei einem Rennen Geschwindigkeit jedoch mehr als Standfestigkeit zählte, wurde der Rennwagen nicht für den Gordon-Bennett-Cup nominiert. Stattdessen tauchte er 1906 für 400 Britische Pfund auf der Verkaufsliste von Motor House auf. Hier verliert sich die Spur des Rennwagens.

Von Indien nach Deutschland

Gelandet ist er schließlich in Indien, denn dort wurde er 1970 bei Jhalawar in der Provinz Rajasthan von Chris Renwick gefunden. Ermittlungen ergaben, dass der Star 1 1907 oder 1908 vom Maharad­scha von Kota gekauft und später an den in der Nähe von Kota ansässigen Geschäftsmann Binodiram Balchand Sethi abgegeben wurde. Binodiram Balchand Sethi war damals einer der reichsten Männer im ehemaligen Fürstentum Jhalawar. Dort ist der Wagen bis zu seiner Auffindung verblieben. 2013 kaufte ihn Hermann Layher für seine Auto- und Technikmuseen in Sinsheim und Speyer und bringt ihn am Sonntag zum 25. Oldtimertreffen nach Bühlertann.

Ab 10 Uhr rollen die Klassiker an

Das Oldtimertreffen beginnt am Sonntag, 17. Juni, um 10 Uhr auf dem Betriebsgelände der Firma Fuchs in der Haller Straße 10 in Bühlertann mit dem Eintreffen der Fahrzeuge. Es gibt einen Frühschoppen mit Weißwurstfrühstück, ab 12 Uhr Mittagessen, danach Kaffee und Kuchen. Um 11 und 14 Uhr wird es eine Autogrammstunde mit Toni Mang geben. Die Teilnahme und der Eintritt sind frei. mia

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