Ausgleich Raibach bekommt einen Lärmschutz aus Aushub

Schutz für Raibach: Links kommt der Wall hin, rechts die Firma Raab-Karcher
Schutz für Raibach: Links kommt der Wall hin, rechts die Firma Raab-Karcher © Foto: Foto: Ufuk Arslan
Rosengarten / Beatrice Schnelle 28.08.2018
Mit Bauaushub aus Hall wird ein Sicht- und Lärmschutzwall für Raibach gebaut

Seit 2013 warten die Raibacher auf einen Sicht- und Lärmschutzwall, der sie vor den Fahrzeugen auf der Verbindungsstraße zwischen der B 14 in Michelfeld und der B 19 bei Raibach abschirmen soll. Schon vor dem Bau des Verkehrsweges hatte sich der Gemeinderat von Rosengarten intensiv mit dem Vorhaben befasst und auch eine Bürgerversammlung in Raibach zum Thema einberufen.

Da immissionsschutzrechtlich kein Anspruch auf die Errichtung eines solchen Schutzwalls bestand und besteht, blieb die Frage der Finanzierung offen. Die Lärmwerte, die von der Verbindungsstraße ausgehen, liegen bei einem Aufkommen von täglich 11.000 Fahrzeugen (Schätzwert bis 2020), rechnerisch im Normbereich. Die nächstliegenden Wohngebäude sind rund 250 Meter vom Straßenverlauf entfernt.

Nun rückt die Realisierung des ersehnten Schutzwalls in greifbare Nähe, denn die Stadt Schwäbisch Hall braucht einen Platz zur Lagerung des Erdaushubs, der bei der Erschließung des mittlerweile als Baugebiet ausgewiesenen Bahnhofsareals anfallen wird. Sie unterbreitete der Gemeinde Rosengarten nun das Angebot, das Gelände an der Verbindungsstraße bei Raibach für diesen Zweck zu nutzen. „Das ist eine einmalige Chance“, finden Bürgermeister Jürgen König und seine Gemeinderäte. Somit ist der Erwerb der benötigten Grundstücksfläche von knapp 5000 Quadratmetern durch die Gemeinde nun beschlossene Sache.

Gemäß der Planungsvorlagen wird der Wall eine Höhe von vier Metern über Straßenniveau und sechs Metern über dem Ackergelände aufweisen, sich über rund 450 Meter Länge erstrecken und ein Volumen von 24.500 Kubikmetern haben. Die Errichtung und Bepflanzung des Walls, der laut Bürgermeister König eher als Sicht- denn als Lärmschutz fungiert, obliegt der Haller Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft HGE.

Als Ausgleich für die Möglichkeit, den Erdaushub so loszuwerden, erstattet die HGE der Gemeinde Rosengarten die Kosten für den Grunderwerb. Bei den Verhandlungen wurden 13 Euro pro Quadratmeter und damit der Bodenwert für Bauflächen im benachbarten Gewerbepark West zugrunde gelegt. Den Unterhalt des Walls, etwa die Pflege der Bepflanzung, wird die Gemeinde Rosengarten übernehmen.

Bevor das Geschäft, über das sich die Einwohner von Raibach freuen werden, unter Dach und Fach ist, muss die Stadt Schwäbisch Hall noch eine Wirtschaftlichkeitsrechnung vorlegen. Falls sich herausstellen würde, dass der Stadt durch die Entsorgung des Erdaushubs ein wirtschaftlicher Gewinn entsteht, müssten entsprechende Ausgleichszahlungen an die Gemeinde Rosengarten fließen.

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