Literatur Ein skurriler Krimi, etwas Musik und viele Randbemerkungen

Der Autor Rainer Imm liest, Schauspieler Udo Zepezauer lauscht und Bernhard Mohl zupft die Gitarre. Bei einer Lesung in Hall stellen die drei Imms Krimi „Das rote Tagebuch“ vor.
Der Autor Rainer Imm liest, Schauspieler Udo Zepezauer lauscht und Bernhard Mohl zupft die Gitarre. Bei einer Lesung in Hall stellen die drei Imms Krimi „Das rote Tagebuch“ vor. © Foto: Ufuk Arslan
Schwäbisch Hall / Monika Everling 02.05.2018

Die Geschichte ist hanebüchen: Nach einem Mord in Tübingen führen Spuren zum Kennedy-Clan und einem verschwundenen Tagebuch der Marilyn Monroe. Denn das Mordopfer ist nicht nur die Tanzpartnerin des besten Freundes des ermittelnden Hauptkomissars, sondern sie ist auch eine Verwandte der Haushälterin der Marilyn Monroe – der Autor Rainer Imm zeigt eine blühende Fantasie.

Er erzählt die Story auf 333 Seiten in seinem Krimi „Das rote Tagebuch“, der eine große Portion Tübinger Lokalkolorit und viele humorvolle Formulierungen  enthält. Imm hat zur Vorstellung des Buches zwei Begleiter mitgebracht, die in der Tübinger Kulturszene eifrig mitmischen: den Gitarristen Bernhard Mohl und den Schauspieler Udo Zepezauer, der in Hall durch Auftritte in elf Spielzeiten der Freilichtspiele, bei „Theatersport“ im Neubau-Saal und als Comedian bei „Helge und das Udo“ im Globe-Theater bekannt ist. Er ist derjenige, der dem Abend im Haller Alten Schlachthaus am meisten Würze gibt.

Während Mohl angenehme Fingerpickings zupft, liest Zepezauer, und vor allem lässt er mit lebhafter Mimik und verschiedenen Stimmen, oder an passender Stelle mit dreckigem Lachen, Heiterkeit aufkommen. Zudem singt er „Wish you were here“, „Imagine all the people“ und andere Titel der Rock- und Popmusik und plaudert heiter von seinen Erinnerungen an seine Rollen in Hall.

Imm selbst liest auch. Dabei kann er seine schwäbische Herkunft nicht verleugnen, und wahrscheinlich will er es auch nicht: Er stammt aus Aalen und lebt in Tübingen.

56 Zuhörer lauschen dem Trio, und damit sind die Plätze im Theatersaal des Alten Schlachthauses fast alle besetzt – es wurde vorsichtig bestuhlt. Unter den Zuhörern ist eine ganze Gruppe aus Aalen, weil die dortige Lesung ausgefallen ist. Da der Autor von dort stammt, hat der Abend etwas Familiäres: „Ich höre meinen Bruder lachen“, sagt Imm einmal, oder „Mein alter Kamerad Schorsch sitzt hinten“.

Der Handlung des Krimis kann man kaum folgen. Denn es gibt sehr viele Nebenschauplätze und Zwischenbemerkungen, sodass gar nicht so viel aus dem Buch gelesen wird. Aber das Publikum fühlt sich mit der Mischung aus Lesung, Talk und Musik gut unterhalten.

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