Wetter Ein ruhiger Frühherbstmonat: September war kühl und trocken

Dem Mais ist deutlich anzusehen, dass er unter Wassermangel leidet. Ein Teil der Pflanzen ist auch in Hohenlohe vertrocknet.
Dem Mais ist deutlich anzusehen, dass er unter Wassermangel leidet. Ein Teil der Pflanzen ist auch in Hohenlohe vertrocknet. © Foto: dpa
Rosengarten / SWP 06.10.2015
Nach dem Rekordsommer konnten die Menschen in Hall und Umgebung bei einem kühlen September durchatmen. Die Bilanz der Wetterstation Westheim zeigt jedoch, dass es wieder zu wenig Niederschlag gab.

"Der September war ein ruhiger Frühherbstmonat ohne besondere Ereignisse", erklärt Martin Melber von der privaten Wetterstation Westheim in seinem Kurzfazit. Nach dem Februar war es bezogen auf die jeweiligen Durchschnittstemperaturen im langjährigen Mittel erst der zweite etwas zu kalte Monat in diesem Jahr. Martin Melber errechnete eine Monatsmitteltemperatur von 13,2 Grad gegenüber dem langjährigen Soll von 13,8 Grad, das ist um 0,6 Grad zu kalt. In der 30-jährigen Stationschronik war der wärmste September im Jahr 2006 mit 16,7 Grad, der kälteste 1996 mit 11,0 Grad. Es gibt insgesamt noch September in den Aufzeichnungen der Wetterstation Westheim, die kälter waren als der September 2015. Die Monatshöchsttemperatur wurde gleich am Monatsersten mit 28,0 Grad gemessen. Kurios: Am selben Tag gab es auch den größten Tagesniederschlag mit 10,9 Litern pro Quadratmeter, dem einzigen Starkregentag des Monats.

Die meisten Sommertage notierte die Wetterstation Westheim im September 1999 mit 15, gar keinen gab es 1990, 1996 und 2001. Dass der September leicht unterkühlt blieb, lag auch daran, dass in der zweiten Monatshälfte nur einmal die 20-Grad-Marke überschritten wurde. Die Monatstiefsttemperatur wurde am 28. September mit 2,8 Grad gemessen, am Erdboden wurde der erste Bodenfrost mit 0,6 Grad knapp verfehlt.

Die größte Tagesschwankung der Temperatur hat Martin Melber am 12. September mit 20,2 Grad gemessen. An diesem Tag lag die Höchsttemperatur bei 27,5, die Tiefsttemperatur bei 7,3 Grad Celsius).

An elf Tagen Niederschlag

Der September ist der siebte zu trockene Monat in diesem Jahr. An elf Tagen fiel messbarer Niederschlag, insgesamt 27,6 Liter pro Quadratmeter, das sind zum Soll von 62 Litern nur 45 Prozent.

Es gibt nur drei trockenere September seit 1985, den trockensten 2009 mit 19,1 Litern pro Quadratmeter, den regenreichsten 1998 mit 126,5 Litern pro Quadratmeter. Unter sonstigen Beobachtungen stufte die Wetterstation Westheim fünf Tage als heiter ein, zehn Tage waren trüb. Die Sonne schien deutlich zu wenig, an zwei Tagen gab es Frühnebel im Kochertal. In den letzten vier Septembertagen brachte Hoch "Netti" schönes, aber leicht unterkühltes Altweibersommerwetter. Der Wind frischte böig auf und so lagen die gefühlten Temperaturen nur wenig über 10 Grad.

Nach neun Monaten des Jahres 2015 hat Martin Melber von der Wetterstation Westheim mal die Niederschlagsbilanz überprüft und stellt fest, dass fast 240 Liter pro Quadratmeter fehlen, ein deutliches Defizit. Nur der Januar war mit 115 Litern deutlich, der März mit 72 Litern leicht zu nass, die übrigen sieben Monate fielen alle zum Teil erheblich zu trocken aus. Am trockensten waren der Februar mit 25 Litern, der Juli mit 27 Litern, der September mit 28 Litern, der August mit 33 Litern, und der Mai mit 42 Litern pro Quadratmeter.

In den neun Monaten sollten in der Region Schwäbisch Hall 704 Liter pro Quadratmeter fallen, tatsächlich gingen nur 465 Liter nieder.

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