Schwäbisch Hall Ein Projekt über und für Jahrzehnte

Schwäbisch Hall / ALBRECHT BEDAL 22.11.2014
Fast 70 Gebäude werden im Haller Häuserbuch in Bild und Text beschrieben. Seit September ist es erhältlich. Ab kommender Woche stellt Autor Albrecht Bedal wöchentlich ein ausgewähltes Haller Haus näher vor.

Seit der landesweit beachteten Ausstellung "Hausgeschichten" im Jahr 1994 - also vor genau 20 Jahren - gab es die Idee, über die vielen älteren und jüngeren Häuser in der Innenstadt von Schwäbisch Hall einen genaueren Katalog zu erarbeiten und auch zu veröffentlichen. Die zahlreichen Forschungen und Erkenntnisse zum Hausbau, die oft in mühseliger jahrelanger Kleinarbeit in den Kellern, auf den Dachböden oder im Archiv von Fachleuten zusammengetragen wurden, sollten nicht in Akten verschwinden, sondern der Allgemeinheit zugänglich gemacht und damit lesbar aufgearbeitet werden, um damit auch in der Zukunft bei Bedarf noch abrufbar zu sein.

Einen ersten bedeutenden Schritt in diese Richtung machte das Haller Stadtarchiv unter der Leitung von Andreas Maisch, der 2007 das Haller Häuserlexikon im Internet auf der Homepage der Stadt einstellte. Dort sind die bisher vom Archiv erfassten Besitzerdaten, vorhandene Beschreibungen und viele Pläne und Fotos zu den Häusern digital aufgelistet. Dieses vorbildliche Lexikon ist so angelegt, dass es jederzeit erweitert und ergänzt werden kann und auch ständig wird. Es hat allerdings den Nachteil, dass es keine Erkenntnisse zusammenfasst, keine Besonderheiten erklärt und keine allgemeine Haus- und Baugeschichte des Haller Bürgerhauses formuliert.

Diesen bisher fehlenden Teil, die Geschichte des Haller Bürgerhauses zusammenzustellen und zu erklären, hat nun das Haller Häuserbuch übernommen und ergänzt damit das Häuserlexikon seit 2014 ganz hervorragend. Daneben werden fast 70 Gebäude in Bild und Text näher vorgestellt, so wie sie die Haller kaum kennen. Es war schwierig, dafür eine Auswahl treffen zu müssen, denn es hätten noch viel mehr Häuser verdient, näher erläutert zu werden. Um das Buch zu erarbeiten, waren in den vergangenen Jahren jede Menge Recherchen nötig, denn bis dahin gab es außer einigen Zeitschriftartikeln oder Monographien keine gültige Zusammenfassung zum bürgerlichen Haller Hausbau, weder von Eduard Krüger noch beim Standardwerk "Das deutsche Bürgerhaus", das in den 70er- und 80er-Jahren in vielen Bänden erschien. Das Häuserbuch schließt nun diese Lücke mit aktuellen und historischen Aufnahmen, mit Grundrissen und Schnitten, Lageplänen oder Karten. Dazu machen die Fotos von Horst Jaeger das Buch nicht nur für Fachleute vom Bau interessant, sondern haben ein vergnügliches Lese- und Bilderbuch zur Stadtgeschichte geschaffen.

Aber ohne finanzielle Unterstützer wäre es nicht möglich gewesen, so ein umfangreiches Werk herauszubringen. Dafür ist der Stadt Schwäbisch Hall, der Geschichtswerkstatt, dem Historischen Verein, der Bausparkasse Schwäbisch Hall und nicht zuletzt dem Swiridoff-Verlag in der Adolf Würth GmbH & Co KG zu danken. Und natürlich gilt der Dank den vielen Bewohnern, die ihre Räume geöffnet haben - nicht gerade selbstverständlich.

Wer mehr über die einzelnen Gebäude erfahren möchte, dem sei neben dem Häuserlexikon im Internet das Haller Häuserbuch empfohlen.

Der Autor Albrecht Bedal arbeitete mehr als 26 Jahre lang bei der Haller Stadtverwaltung. Zuletzt leitete er den Fachbereich Kultur und das Hohenloher Freilandmuseum.

Über die Serie

Neue Einblicke Zwei Jahre lang hat Albrecht Bedal am Haller Häuserbuch gearbeitet. Herausgekommen ist ein 540 Seiten umfassendes, mit mehr als 1000 Farbfotos illustriertes Nachschlagewerk, das nicht nur ein Fachpublikum ansprechen soll, sondern jedermann, der sich für die Schönheit Halls begeistert. 70 Gebäude sind im Haller Häuserbuch mit Worten, Bildern und Kartenmaterial charakterisiert. In einer wöchentlichen Serie stellt Albrecht Bedal für die HT-Leser ausgewählte Häuser vor. Nach der Lektüre wird so mancher mit anderen Augen durch die Stadt gehen.

BUF

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