Chor Ein Profi gibt den Ton an

Vellberg / Johanna Horlacher 05.07.2018
Mit dem Musikpädagogen Andreas Brauer startet der Gesangverein Großaltdorf hochmotiviert in die Zukunft.

Baumwollbobele, Baumwollbobele, ...“ wird die Tonleiter rauf und runter gesungen. „Jetzt gehen wir in den Keller“, ruft Andreas Brauer seinen etwa 30 Sängern zu. Dabei sind besonders Bässe und Tenöre gefordert. Aber auch die Frauen mit Alt- und Sopranstimmen intonieren so tief es ihnen möglich ist. Sind diese ersten Töne kräftig eingesungen, wird über die Wortakrobatik herzlich gelacht.

So beginnen die Singstunden des gemischten Chors im Proberaum des alten Feuerwehrmagazins in Vellberg-Großaltdorf und schon ist der erste Funke der Begeisterung übergesprungen. „Bei uns ist ein ganz neuer Zug drin“, schwärmt Michael Dietz, Vorstand des Gesangvereins Großaltdorf. Auch mit ein bisschen Stolz, dass es ihm gelungen ist, mit Andreas Brauer einen echten Profi als Chorleiter zu gewinnen. Stolz wäre sicher auch Dietz’ Urgroßvater Hans Preiß, der als hoch angesehener Chorleiter in die Geschichte des seit 1876 bestehenden Gesangvereins eingegangen ist, auf seinen Urenkel, der mit Leidenschaft Sänger und Vorsitzender ist.

Seit April ist Andreas Brauer, nach einer Bedenkzeit, als Chorleiter verpflichtet. Das Studium zum Staatlich geprüften Musikpädagogen begann er im September 1998 am Hohner-Konservatorium in Trossingen. Seine Hauptfächer waren Akkordeon und Elementare Musikpädagogik, speziell ausgerichtet auf musikalische Früherziehung für Kinder von einem bis fünf Jahren. Dirigieren, Klavier, Mundharmonika und Keyboard wählte er als Nebenfächer. Bedenkzeit hatte er deshalb, weil er als Leiter von einer Musikschule in Gründelhardt und einer in Rot am See viel zu tun hat.

Sehr froh ist der Musikpädagoge, dass er seinen Unterricht, mit Kooperationen an Kindertagesstätten und Schulen, im Wesentlichen tagsüber absolvieren kann. Deshalb sind die abendlichen Probestunden – immer am Mittwoch – für ihn gut machbar. „Einen Chor zu leiten, war für mich aber auch eine neue Herausforderung“, erklärt er sein Engagement.

Sich im Metier Chorgesang zunächst noch weiterzubilden, bevor er in Großaltdorf den Taktstock übernahm, gehört zu seinem Selbstverständnis und hohen Anspruch. Von Anfang an habe es ihm im Chor gut gefallen und die neue Aufgabe mache ihm viel Spaß, vermittelt der 37-Jährige mit Freude und fügt an: „Singen befreit und fördert die Gemeinschaft, außerdem sollte das Musikmachen immer mit Spaß verbunden sein.“

Junge Sänger gesucht

Die Sänger sind zwischen 30 und Mitte achtzig. Das A-cappella-Singen will Andreas Brauer wieder mehr in den Vordergrund stellen. Außerdem auch englischsprachige und moderne Lieder, „einfach querbeet“, betont er mit Vorfreude. Ein großes Ziel sei es, neue und vor allem junge Menschen für den Chor zu begeistern. Darin sind sich die beiden dynamischen Männer Dietz und Brauer einig. Wer mitsingen möchte, sei eingeladen, unverbindlich in eine Chorprobe reinzuschnuppern. „Es wird eineinhalb Stunden konzentriert geprobt“, so der Chorleiter „und geschwätzt wird hinterher“, ergänzt Michael Dietz lachend. Beide betonen, dass sich auch Männer angesprochen fühlen sollen.

Neben dem Singen wird auch eine Jahresfeier organisiert, bei der eine eigene Theatergruppe auftritt. Im Oktober steht ein Kirchenkonzert an und am 3. November veranstaltet der Gesangverein wieder ein Konzert mit den „Füenf“. Aber bis dahin muss noch viel geprobt werden, deshalb greift Andreas Brauer in die Tasten und fordert den Chor auf: „Now let us sing!“

Info Näheres zum Verein erfahren Interessierte unter 0 79 07 / 94 42 00.

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