Musik Ein Notengeschenk von Peter Schad

Dirigent Armin Schlageter (rechts) führt sein 41-köpfiges Ensemble durch das Programm.
Dirigent Armin Schlageter (rechts) führt sein 41-köpfiges Ensemble durch das Programm. © Foto: Rainer Richter
Rainer Richter 12.01.2018

Schon um 19 Uhr waren am Dreikönigstag alle Plätze besetzt und man musste noch Stühle aus dem Dorfgemeinschaftshaus herüberholen. Ein Kirchenkonzert für Blasmusiker ist immer eine besondere Herausforderung. Die gute Akustik zwingt die Musiker in vielen Passagen zur Zurückhaltung, vor allem wenn 41 Instrumentalisten den Chorraum der kleinen Kirche in St. Maria in Fronrot in Besitz genommen haben.

Doch Dirigent Armin Schlageter hat mit dem ersten Stück, „Marsch der Soldaten des Robert Bruce“, einen festlichen Marsch ausgesucht, der ideal zum Spiel­ort passt. Mit einem Trommelwirbel einsetzend, volltönend, langsam und getragen wurde diese vielseitige Komposition zu Gehör gebracht. Die Moderation griff die Stimmung in der Kirche auf und wünschte allen Besuchern Friede und Liebe für das neue Jahr.

Wichtig ist die Stückauswahl

Sehr variabel, mit großem Blech beginnend, folgte die ländliche Suite „Das alte Schloss“ von Hans Blank, vertont in fünf Sätzen. Hier zeigt sich wieder, wie wichtig die Stückauswahl für einen Musikverein ist.

Ein lokaler Ansatz findet sich, der Komponist ist aus Wasseralfingen, und die Anforderungen an eine so große Kapelle aus einem so kleinen Dorf wie Fronrot sind stimmig. Die Suite zeichnet lebendig und abwechslungsreich, auch mit einem gelungenen Wechsel in Takt und Rhythmus, musikalisch das Leben in einer mittelalterlichen Schlossanlage nach.

Die Musiker räumten nach dem ersten Teil der Veranstaltung teilweise den Chorraum für den Auftritt der Sängerinnen und Sänger des Gesangvereins Fronrot unter der Leitung von Magdalene Grimmig. Erfreulich, dass der Chor trotz der Umstände für das Publikum sichtbar im Chorraum auftritt.

Zu Recht merkt die erste Vorsitzende Ingeborg Rupp an, sie bräuchten sich mit ihren Sängerinnen und Sängern nicht zu verstecken, zumal Magdalene Grimmig den Chor sehr ambitioniert leite und die Stücke teilweise selbst arrangiere.

Exklusives Stück

Mit „Halleluja“ knüpften die Sänger thematisch an die Weihnachtszeit an, gefolgt von englischen und zweisprachigen Liedern auf Deutsch und in einer der vielen afrikanischen Sprachen. Richtig entfalten kann sich der Gesangverein in seinem Schlusslied „Leben ist mehr“ von Rolf Zuckowski, das zur Freude des Publikums sehr gut interpretiert und gesungen wird. Nach kurzem Umbau beginnt der dritte Konzertteil des Abends, wieder vom Musikverein bestritten. Zwar wählt Dirigent Armin Schlageter die Stücke aus, aber Reinhold Kurz hat auch Wünsche an das Programm: Für ihn muss ein gelungenes Konzert einen Marsch,  einen Walzer, eine Polka und ein Stück von Peter Schad enthalten.

Peter Schads „Ein Gruß an Dich“ mit dem Solo für Tenorhorn und Flügelhorn wird denn auch zu einem ganz speziellen Highlight des Abends. Reinhold Kurz ist mit Peter Schad befreundet und dieser hat dem Musikverein ein besonderes Geschenk gemacht. „Ein Gruß an Dich“ darf bisher nämlich nur von den Oberschwäbischen Dorfmusikanten selbst und den Fronrotern gespielt werden.

Mit Beifall verabschiedet

Die Noten wurden  dem Verein unentgeltlich überlassen, sind bis jetzt noch nicht veröffentlicht und damit auch nicht käuflich zu erwerben. Otmar Fuchs (Flügelhorn) und Dominik Memmler (Tenorhorn) erledigen ihre Soloaufgaben unaufgeregt und bekommen viel Beifall von einem Publikum, das nach dem Konzert geschlossen in das Dorfgemeinschaftshaus weiterzieht.

Zu Gast in Bühlertann und Gründelhardt

Die Moderation übernahmen Melanie Rupp, Nicole Kinscher und Simon Metzger. Elisabeth Grimmig führte durch das Programm des Gesangvereins. Am 17. März ist Peter Schad mit seinen Oberschwäbischen Dorfmusikanten in der Bühlertalhalle zu Gast.

Unter der Leitung des Komponisten Martin Scharnagel spielt die Egerländer Blasmusik Frankenhardt am Samstag, 13. Januar, in der Frankenhalle in Gründelhardt. Das Programm beginnt um 14 Uhr mit einer offenen Orchesterprobe. Um 17 Uhr folgt das Neujahrskonzert mit der Uraufführung des „Gemeindemarsches“. ri