Schwäbisch Hall Ein Lichtermeer beim Sommernachtsfest

Schwäbisch Hall / Kerstin Vlcek 27.08.2018
Kein Feuerwerk und kühles Wetter prägen den Samstagabend. Trotzdem kommen rund 8000 Besucher in die Ackeranlagen.

Um kurz vor 20 Uhr ist es am Samstag soweit: Die ersten Kerzen in den Lichterbecher in den Ackeranlagen werden entzündet. Rund 400 Helfer beteiligen sich ehrenamtlich daran. Drunter auch Achim Rogge, Katrin Hock, Thomas Freigang, Peter und Johannes Kömmelt sowie Jonas und Lara Baro. Sie sind damit beschäftigt, Becher im Metallgestell der großen Krone anzubringen. „Das dauert rund eine halbe Stunde“, erklärt Katrin Hock. Die Kinder Jonas, Lara und Johannes nehmen die angezündeten Kerzen in den bunten Bechern aus dem Karton und reichen sie den Männern auf der Leiter.

Ein Teil vom Fest sein

Überall sind die fleißigen Helfer damit beschäftigt, den Park in ein romantisches Lichtermeer zu verwandeln. So auch Lu Wang und Tao Yu. Die beiden Chinesen sind für ein paar Monate als Zeitarbeiter bei einer Firma im Solpark angestellt. Trotz allem haben sie mitgeholfen, die Kerzen anzuzünden. „Die Musik und die Lichter sind einfach toll“, schwärmt Tao Yu. Aber auch für Ordnung muss auf dem Fest gesorgt werden. Nach dem Rechten schaut unter anderen Leoni Friedrich, die bei der Touristik und Marketing arbeitet. „Ich war als Kind schon oft beim Sommernachtsfest. Es ist schön, dieses Jahr ein Teil davon zu sein“, erzählt sie strahlend.

Sie stört auch das doch kühle Wetter nicht. Trotz der nur rund 12 Grad hat es circa 8000 Besucher zum Sommernachtsfest gezogen. Das schätzt Robert Spoden von der Touristik und Marketing. Das sind rund 2000 Menschen weniger als im vergangenen Jahr. Nicht nur das Wetter ist deutlich kühler, sondern auch das Feuerwerk, das um 23 Uhr hätte gezündet werden sollen, fällt aus. Der Grund: Die Trockenheit. Dies sei zwar schade, aber „das wäre zu riskant, Sicherheit geht vor Effekthascherei“, so Spoden.

Trotz allem tummeln sich die Massen vor den Essensständen neben der Globe-Baustelle. Auch Festwirt Paul Bonin sieht es gelassen: „Man muss solche Veranstaltungen in einem Schnitt von fünf Jahren sehen. Wir hatten drei Jahre mit gutem Wetter und jetzt ist es halt einmal nicht so gut.“ Man müsse einen langen Atem haben.

König und Königin der Nacht

Beim Spaziergang vorbei an den von rund 25.000 Lichterbechern und 2500 leuchtenden Lampions erhellten Wiesen und Bäumen, stechen zwei in schwarz gekleidete Personen hervor. Langsam ziehen sie, mit blinkenden Kronen am Haupt, an den Besuchern vorbei: Die Königin und der König der Nacht.

Gabriele Walter und Markus Kemmer sind dem einen oder anderen am Anfang des Jahres vielleicht schon bei Hallia Venezia aufgefallen. „Die Stadt hat uns eingeladen, in unseren Kostümen an dem Fest teilzunehmen“, sagt Walter, die aus Kornwestheim bei Ludwigsburg angereist ist. Sie ist das erste Mal dabei und ist ganz begeistert von dem Fest. Aber nicht nur ihre Kronen blinken und scheinen mit den Kerzen um die Wette, auch sogenannte Poi-Bälle, die geschwungen werden können und in verschiedenen Farben leuchten, sind der Renner. Ebenso Brillen, mit rosa und blauen Led-Lichter, kommen bei den Besuchern an. Außerdem ziehen zwei Künstler, die „Caracho Walkacts“, mit leuchtendem Kostüm und Improvisationstheater durch den Park.

Romantisch geht es bei Jasmin Hertrich und Heiner Paul Baumann zu. Das Paar aus Mulfingen posiert für ein Selfie. „Wir laufen ganz entspannt hier durch, genießen die Atmosphäre und lassen ein bisschen die Seele baumeln“, sagt Baumann.

Und in diesem Jahr kann man ziemlich entspannt durch die Ackeranlagen gehen, ohne sofort in einer Menschentraube festzustecken. Polizeihauptmeister Karl-Heinz Weller und Polizeikommissaranwärter Fabian Wegmann haben ein Auge auf die Festbesucher. „Durch den Eintrittspreis und dass viele Familien mit Kindern da sind, ist es ein ruhiges Fest“, so Weller. Auch die Bands auf drei Bühnen kommen bei den Besucher gut an, genauso wie der Fackeltanz der Sieder auf dem Grasbödele. Dieser bildet in diesem Jahr auf den Abschluss des Programms.

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