Ilshofen Ein Krieger mit gebrochenem Schwert mahnt in Ilshofen an Opfer des Ersten Weltkriegs

Ilshofen / CLAUDIA KERN-KALINKE 30.09.2014
Vor der evangelischen Kirche St. Petronella wurde 1921 in Ilshofen das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs errichtet.

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg hatten Ilshofen und seine späteren Teilorte Eckartshausen, Obersteinach, Ruppertshofen und Unteraspach zusammen nur 3000 Einwohner, "wovon 131 gefallen sind - welch fürchterlicher Blutzoll", vermerkt das alte Heimatbuch der Stadt Ilshofen. Den Gefallenen und Vermissten wurden mehrere Ehrenmale in den Ortschaften gewidmet.

Auch in Ilshofen war es der Bevölkerung und den Familien der 43 getöteten Soldaten ein großes Anliegen, den Toten mit einem Mahnmal ein ehrendes Andenken zu wahren. Eine Geldsammlung in der Gemeinde - vor der Inflation - ermöglichte die Finanzierung.

Der Entwurf stammt vom Haller Regierungsbaumeister Franz Eble. Bildhauer Wilhelm Lauer aus Ilshofen setzte ihn um. Das Steinrelief zeigt einen niedergeschlagen Krieger mit Stahlhelm, rundem Schild in der linken und einer abgebrochenen Klinge in der rechten Hand. Darunter liegen zwei große Kanonenkugeln rechts und links auf den Stufen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde die Gedenkstätte auf dem Platz vor der Kirche 1921 eingeweiht.

Das Mahnmal in der Ortsmitte gehörte zum täglichen Leben, ist im Heimatbuch zu sehen. Es lag auf dem Weg zur Kirche und unter der Woche spielten die Schuljungen dort Fußball. Einem Kutscher gingen die Pferde durch und die Räder des Gespanns verhakten sich an den Kanonenkugeln. Zum Stadtjubiläum 1930 gruppierten sich die Fahnenträger und eine riesige Festgesellschaft um das Ehrenmal.

Im April 1945 war die Gegend rund um Ilshofen hart umkämpft. Am Ende lag die Stadt in Schutt und Asche und es hat viele Tote und Verletzte auch unter der Zivilbevölkerung gegeben. Die Einschusslöcher im Kriegerdenkmal blieben als Mahnung. Der Inschrift "Den Helden von 1914-18" hat man die Jahreszahlen "1939-45" hinzugefügt.

Erst in den 1990er-Jahren wurde das Denkmal restauriert und die Einschusslöcher kaschiert. Einem übereifrigen Steinmetz fiel das abgebrochene Schwert auf. Kurz entschlossen ergänzte er die Klinge zu einem einsatzfähigen Dolch. Der damalige Stadtrat Hans Roth monierte den Fauxpas: Die geborstene Klinge sollte doch Symbol für den gebrochen Krieger sein. Also musste der ergänzte Stein an dieser Stelle wieder herausgemeißelt werden.

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