Statistik 2017: Ein Jahr der Wetterextreme

Landkreis / Martin Melber 11.01.2018
Wenn man den Durchschnitt bei der Temperatur und die Summe des Niederschlags berechnet, war das Jahr 2017 ganz normal. Aber im Einzelnen gab es starke Abweichungen vom langjährigen Mittelwert.

Das Wetterjahr 2017 war in der Endbilanz nahe am Durchschnitt der vergangenen Jahre, dennoch gab es in den einzelnen Monaten Extreme. Martin Melber von der Wetterstation Westheim errechnete eine Jahresmitteltemperatur von 9,1 Grad, das ist 0,6 Grad wärmer als der langjährige Vergleichswert von 8,5 Grad.

Zwar war es wieder ein überdurchschnittlich warmes Jahr, aber nicht mit so großen Abweichungen wie in den Vorjahren. Der Klimawandel setzt sich aber laut Beobachtung von Martin Melber weiter fort, seit 1988 sind nur die Jahre 1996 und 2010 kälter ausgefallen als die Durchschnittstemperatur, alle anderen waren teilweise erheblich zu warm.

Extrem kalter Januar

Bei den Jahrestemperaturen gab es keine Besonderheiten. Sie bewegten sich mit einer Jahresdifferenz von 51 Grad von der niedrigsten zur höchsten Temperatur, also von –16,8 bis 34,2 Grad. Acht Monate waren zu warm, vier zu kalt mit nur geringen Abweichungen nach unten, allerdings war der Januar extrem kalt.

Der wärmste Tag war der 19. Juli mit 34,2 Grad, der kälteste Tag wurde am 23. Januar mit –16,8 Grad und am Erdboden sogar mit –20,4 Grad registriert. Es gab 65 Sommertage mit 25 Grad und mehr (langjähriger Durchschnittswert 40) und 19 heiße Tage mit 30 Grad und mehr (Normalwert 8). Sie verteilten sich in den Sommermonaten recht gleichmäßig. Luftfrosttage gab es 102 (Durchschnitt 100). Eistage mit 24-stündigem Dauerfrost hat Martin Melber 17 gezählt (Normalwert 20). Bodenfrosttage gab es 126 (Normalwert 115).

Messbarer Niederschlag fiel an 178 Tagen, insgesamt 928,0 Liter pro Quadratmeter, das sind nur 2 Prozent mehr als das langjährige Mittel von 914 Litern, also nahezu eine richtige Punktlandung. Der trockenste Monat war der Januar mit 34,0 Litern, der niederschlag-reichste der Juli mit 117 Litern pro Quadratmeter. Insgesamt waren sechs Monate zu trocken und sechs  zu nass.

Heiter und damit ganztägig wolkenfrei waren 55 Tage, trüb und damit wolkenverhangen waren 144 Tage. An 46 Tagen trat Nebel auf und an 29 Tagen gab es Gewitter, besonders viele im Juli mit zwölf Gewittertagen.

Besondere Extreme gab es im Januar, dem kältesten seit 30 Jahren. Im März gab es erstmals einen Sommertag seit Messbeginn und extreme Spätfröste im April verursachten große Ernteausfälle bei Obst und Weinreben.

Zahl

Anlauf steht hier, hier die Erklärung

Die Wetterschlagzeilen 2017

Der Januar war der kälteste seit 30  und der trockenste seit 20 Jahren. An 30 Tagen gab es Luft-, an 14 Tagen Dauerfrost. An 26 Tagen lag eine Schneedecke.

Der Februar war das krasse Gegenteil: deutlich zu warm und auch zu trocken. Es gab vorfrühlingshafte Temperaturen bis zu 19 Grad und nur an einem Tag lag eine dünne Schneedecke.

Der März war der zweitwärmste seit 1985. Am 31. gab es erstmals überhaupt im März einen Sommertag mit 25,4 Grad. Der März war nass, das war auch nötig, da alle Wintermonate deutlich zu trocken ausfielen.

Der April war anfangs frühlingshaft, dann launisch. An Ostern gab es Schnee und Graupel, die Temperatur blieb unter 10 Grad. Um den 20. gab es extreme Spätfröste bis –5,3 Grad und am Boden bis –8,8 Grad.

Im Mai gab es extreme Temperaturen von –1,9 Grad bis heiße 32,4 Grad. Am 1. Mai regnete es pausenlos. Es war insgesamt etwas zu warm mit passablen zehn Sommertagen.

Der Juni war ein Hochsommermonat mit 19 hochsommerlichen Tagen, davon sechs mit über 30 Grad. Es war der drittwärmste Juni seit 1985. Vom 4. bis 25. herrschte Trockenheit.

Der Juli brachte zwölf Gewittertage, war aber insgesamt ein typischer mitteleuropäischer Sommermonat. Es gab 14 Sommertage, davon waren sechs heiß. Mit 117 l/qm Niederschlag war es der regenreichste Monat des Jahres.

Der August brachte schönes Sommerwetter mit 19 Sommertagen. Am Anfang und am Ende gab es über 30 Grad. Der Monat war etwas zu warm und zu nass.

Der September war der zweitkälteste seit Messbeginn 1985. Es gab keinen Sommertag. Der Niederschlag war fast normal, Dafür schien die Sonne zu wenig, 14 Tage waren trüb.

Im Oktober gab es dank des Hurrikans „Ophelia“ goldenes Oktoberwetter. An 18 Tagen fiel Niederschlag, etwas mehr als üblich.

Im November gab es 22 trübe Tage. In der letzten Dekade gab es außergewöhnlich milde Temperaturen, den sogenannten „Novembersommer“. Mit 110 l/qm Niederschlag war es der zweitregenreichste Monat im Jahr 2017.

Der Dezember war zu warm und zu nass. Milde Phasen wechselten sich mit kälteren ab. Die tiefste Temperatur lag bei –4,2 Grad und an Silvester war es mit 13 Grad so warm wie selten zuvor.

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