Fichtenberg Ein Besuch bei den Kindern Nepals

Ingrid und Clemens Weller unterwegs am Dach der Welt. Eine Reise führte sie im Jahr 2016 ins Himalaja-Gebirge und ins Haus der Hoffnung in Kathmandu, das von einem Verein mit Sitz in Schwäbisch Gmünd unterstützt wird.
Ingrid und Clemens Weller unterwegs am Dach der Welt. Eine Reise führte sie im Jahr 2016 ins Himalaja-Gebirge und ins Haus der Hoffnung in Kathmandu, das von einem Verein mit Sitz in Schwäbisch Gmünd unterstützt wird. © Foto: privat
Fichtenberg / Brigitte Hofmann 02.10.2018
Clemens Weller liebt seinen Geburtsort Fichtenberg, die Schwäbische Alb – und die große, weite Welt. Aus Nepal hat er beeindruckende Bilder mitgebracht.

An seinen Schuhen klebt noch Staub aus der Sandwüste Zentralasiens. Clemens Weller ist gerade erst zurück aus Usbekis­tan und Kirgisistan, den an Kulturschätzen reichen Ländern an der historischen Seidenstraße. Einen Multivisions-Vortrag darüber hat er den Fichtenbergern fürs nächste Jahr versprochen.

Elefanten und Krokodile

Beim Vortrag am vergangenen Donnerstag in der Fichtenberger Schule ist Nepal dran. Zwischen China und Indien gelegen, ist es eines der ärmsten Länder der Erde. Faszinierende Momentaufnahmen und Videosequenzen zeigen das Himalaja-Gebirge, markante Pagoden, Elefanten und Krokodile, Lebensfreude und Gesichter, die Geschichten erzählen. Nicht zuletzt den mehr als 100 Waisenkindern im Haus der Hoffnung in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu galt der Besuch der achtköpfigen Reisegruppe aus Schwäbisch Gmünd.

Polarkreis, Türkei, Island, La Reunion – Clemens Weller hat viel gesehen im Lauf der Jahrzehnte. Landschaften kennenlernen, mit Menschen in Kontakt kommen, das ist seine Passion. Er ist Hobbyfotograf, Filmer, Technikfreak, Ufo-Fan, Erlebnis-Urlauber, ein Mensch mit Sinn für Kunst und Muße und einer mit dem Herz am rechten Fleck.

Er habe gerade ein Déjà-vu, meint er, als er im Musiksaal der Fichtenberger Schule den Vortrag über Nepal hält und sich dort mit seiner Grundschulzeit konfrontiert sieht. Konfrontation ist ihm übrigens nie fremd gewesen. Er war immer ein streitbarer Geist für die gute Sache. Er demonstrierte, reihte sich in Menschenketten ein, rief die Gaildorfer Friedensinitiative und das Jugendzentrum mit ins Leben. Was in den 1980er-Jahren in Gaildorf und Umgebung auch passierte, es gab kaum ein Thema, zu dem er nicht per Leserbrief seine Meinung geäußert hätte.

In jüngster Zeit macht Clemens Weller auf ganz andere Weise von sich reden. Sein Lieblingsspielzeug ist eine mit mehreren Kameras bestückte Drohne. Aus Anlass der 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Fichtenberg im Jahr 2016 trug er jede Menge Filmmaterial zusammen, um dieses Ereignis für die Nachwelt festzuhalten. Die Schwäbische Alb von oben ist verfilmt und aktuell gibt es einen toll aufgemachten Kalender „Gaildorf aus der Luft“, den die Südwest Presse herausgibt. Neuerdings ist der Hobbyfotograf nicht immer mit der großen Kamera unterwegs, meistens tut’s ihm sein Handy.

Spenden gehen an Kinder

Doch zurück nach Nepal. Die sechstägige Trekking-Tour im Himalaja-Gebirge und die Treppen hoch zum Annapurna haben in Weller tiefe Eindrücke hinterlassen. Aber auch die Gesichter der Kinder in Kathmandu. Deshalb geht das Geld, das nach dem Vortrag im Spendenkörbchen landet, an das Gmünder Hilfsprojekt „Haus der Hoffnung – Hilfe für Nepal“.

Als Kind von Ufos geschwärmt

Clemens Weller ist 57 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Schwäbisch Gmünd-­Bettringen. Er ist in Fichtenberg aufgewachsen, hat in Gaildorf das Gymnasium besucht. Er war politisch aktiv, rief die Gaildorfer Friedensinitiative und das Jugendzentrum mit ins Leben und schrieb viele Leserbriefe. Der Diplom-Ingenieur ist im Computerbereich tätig. Ihn fasziniert alles, was mit Technik zu tun hat. Als Kind hat er von Ufos geschwärmt und solche gebaut, und bei seiner Mutter hat er sich das Fotografieren abgeguckt. Mit 16 Jahren schon zog er mit Rucksack und Fotoapparat in die Welt. hof

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