Rieden/Bibersfeld Verwechslungsgefahr! Langäcker wird umbenannt

Aussichtsreiche Südlage: Die frisch von „Langäcker“ auf „Rosenäcker“ umgetaufte Baufläche beim SV Rieden. Im Hintergrund sind die Windkraftanlagen an der Kohlenstraße zu erkennen.
Aussichtsreiche Südlage: Die frisch von „Langäcker“ auf „Rosenäcker“ umgetaufte Baufläche beim SV Rieden. Im Hintergrund sind die Windkraftanlagen an der Kohlenstraße zu erkennen. © Foto: Beatrice Schnelle
Rosengarten / Beatrice Schnelle 27.06.2018
Weil zwei Neubauflächen in Rieden und Bibersfeld die Gewannbezeichung „Langäcker“ tragen, müssen sich die Riedener nun an einen neuen Namen auf ihrer Gemarkung gewöhnen.

Zweimal Langäcker, und das auch noch in benachbarten Ortschaften, ist einmal Langäcker zu viel. Zu diesem Schluss kamen jedenfalls die Mitglieder des Gemeinderats Rosengarten und beschlossen, ihr neues Baugebiet beim Vereinsheim des SV Rieden umzutaufen. Nur ein paar Kilometer entfernt plant die Stadt Schwäbisch Hall respektive die Haller Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft HGE im Ortsteil Bibersfeld ebenfalls ein Neubaugebiet mit dem gängigen Flurnamen. 113 Baugrundstücke mit Flächen zwischen 490 und 825 Quadratmetern auf 6,7 Hektar umfasst es. In Rosengarten-Rieden sollen auf 1,7 Hektar 32 Baugrundstücke in der Größenordnung von 429 bis 699 Quadratmeter entstehen.

Der Kleinere gibt nach, dachte sich wohl die Verwaltung im Rathaus von Uttenhofen und sammelte schon frühzeitig Vorschläge aus der Bevölkerung, wie das „Kind“ denn heißen solle. Andererseits wäre Bürgermeister Jürgen König auch eine ganz andere Lösung nicht unsympathisch gewesen: „Wir hätten die Flächen ja einfach gemeinsam mit Bibersfeld vermarkten können.“ Allein aus Gründen der Wirtschaftlichkeit müsse ein solches Prozedere für künftige Projekte tatsächlich in Betracht gezogen werden.

Nicht alle Gemeinderäte befürworteten eine Namensänderung. Die Riedener seien die Bezeichnung Langäcker gewohnt und würden sie gerne beibehalten, überbrachte etwa Dorothea Mang die Botschaft ihrer Mitbürger an den Gemeinderat. Beim Votum pflichteten ihr jedoch nur fünf Stimmen bei. Zehn Gemeinderäte favorisierten die klare Abgrenzung gegen Bibersfeld, um Verwechslungen auszuschließen, zwei enthielten sich.

Lange Vorschlagsliste

Es handle sich um eine herrliche Südlage mit traumhaften Ausblicken, gab Jürgen König den Gemeinderäten vor der abschließenden Auswahl mit. Die Liste der Vorschläge für die Namensgebung war lang. Sie enthielt poetische Ideen wie „Unterm Sternenhimmel“ und „Auenschön“, aber ebenso höchst pragmatische Begriffe wie „Windparkblick“ oder schlicht „Beim Sportplatz“. Beide Extreme schafften es gar nicht erst ins Wahlverfahren. Um die Sache abzukürzen, stellte die Verwaltung ihre drei Favoriten vor: Apfelhain, Rosenäcker und Einkornblick. Der Apfelhain wurde umgehend aussortiert: Der Name müsse von den Riedenern als Hohn empfunden werden, gab Gemeinderat Horst Rüger zu bedenken, wüssten sie doch genau, dass ihre geliebte, auf dem Grundstück entlang der Kreisstraße verlaufende Apfelbaumallee früher oder später genau diesem Baugebiet zum Opfer fallen werde.

Der aus dem vorderen Teil von Rosengarten und dem hinteren Teil von Langäcker geklonte Name erschien letztlich der Mehrheit als bester Kompromiss: Mit 9:6 und wiederum zwei Enthaltungen trugen die „Rosenäcker“ den Sieg nach Punkten davon. Die Straße durchs Wohngebiet wird den selben Namen tragen. Um dem Inhalt der neuen Bezeichnung gerecht zu werden, kann sich Jürgen König die Pflanzung von Rosen auf den Gemeinschaftsflächen des künftigen Wohngebiets vorstellen.

Viel zu vermarkten gibt es sowohl auf den Langäckern wie auch auf den frisch aus der Taufe gehobenen Rosenäckern jedoch ohnehin nicht mehr: Um die 113 Grundstücke in Bibersfeld bewerben sich jetzt schon 200 Personen, für die 32 Bauflächen in Rieden sind bereits 29 Interessenten vorgemerkt.

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