Wettbewerb Ein „Baumschleier“ legt sich ums Theater

Wettbewerb / Tobias Würth 08.12.2018

Alle Hergereisten waren fasziniert von dem Ort. Viel müsst ihr nicht machen“, berichtet Professor Axel Lohrer aus München, der am Donnerstag die 20-köpfige Jury beim Freiflächen-Wettbewerb für Haalplatz und Unterwöhrd leitet.

Wie eine Bühne müsse man den Haalplatz sehen, den man als neue Spielfläche für die Bürger gestalten solle. Daher wurde genau darauf geachtet, welche Sichtachsen ermöglicht werden und welche Flächen frei bleiben. Nur ein Entwurf sieht ein Salzmuseum vor. Ansonsten beschränkt sich das Spiel mit dem historischen Bezug auf die Gestaltung von Sitzmöbeln in Salzkristallform. Der Sieger­entwurf greift das Salz, abgesehen vom Brunnen, gar nicht auf.

„Der Zufall wollte es, dass ich vor zwei Jahren auf dem Weihnachtsmarkt in Hall war“, berichtet der Preisträger Franz Reschke. So wurde er auf Hall aufmerksam. Der Grund: Sein zwölfköpfiges Team hatte einen Platz in Lorch umgestaltet. Jetzt könnte er, falls der Gemeinderat zustimmt, auch den Haller Platz in Angriff nehmen. Er erläutert am Freitag in Hall seine Gedanken hinter dem Entwurf: „Allein das Luftbild fasziniert und lädt zum Mitmachen ein.“ Der Haalplatz sei die Nahtstelle zwischen Stadt und Fluss. „Dichte Baumreihen sind dort kontraproduktiv.“ Er wolle vielmehr den Haalplatz an der Flussseite mit „offenen Fenstern“ versehen, also Lücken zwischen den Bäumen frei lassen. Diplomatisch formuliert er: „Wir haben die Südwestbank. Es gibt Gebäude, da sind Bäume davor ganz gut.“ Im östlichen Bereich sind Baumpflanzungen vorgesehen. Der Landschaftsarchitekt sieht Haalplatz und Unterwöhrd als eine Einheit. Daher sollen an beiden Orten die gleichen Natursteine auf dem Boden verwendet werden. Der Übergang zwischen Haalstraße (die bald verkehrsberuhigt werden soll) und dem Platz könnte fließend verlaufen. Ein lockerer Baumrahmen soll sich rund ums neue Globe-Theater ziehen. Professor Lohrer nennt das „Baumschleier“. Der Jury-Vorsitzende lobt die guten Sichtachsen auf die Innenstadt, die sich vom Haalplatz Richtung Katharinenvorstadt und vom Unterwöhrd Richtung Altstadt ergeben.

Gewinner Realisierungsteil Haalplatz: 1. Preis Franz Reschke, Berlin; 2. Preis Stötzer Landschaftsarchitekten, Freiburg; 3. Preis Sinai, Berlin; Unterwöhrd: 1. Preis Franz Reschke, Berlin;
2. Preis Glück Landschaftsarchitektur, Stuttgart; 3. Preis Stötzer Landschaftsarchitekten, Freiburg

Öffnungszeiten Im Neubau können alle Entwürfe täglich zwischen 12 und 18 Uhr besichtigt werden. Ab dem 20. Dezember werden die Entwürfe bis zum Jahresende in der Hospitalkirche, ebenfalls von 12 bis 18 Uhr, ausgestellt. An den Feiertagen am 24., 25. und 31. Dezember bleibt die Ausstellung geschlossen.

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