Die Region macht beim A-6-Ausbau weiter Druck. Namhafte Vertreter wie der Heilbronner OB und Chef des Regionalverbands Heilbronn-Franken, Helmut Himmelsbach, IHK-Präsident Harald Unkelbach, Handwerkskammer-Präsident Ulrich Bopp, Vertreter des Regierungspräsidiums und die Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten (CDU) und Annette Sawade (SPD) haben sich am Dienstag in Berlin mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt getroffen. Dabei wurde erörtert, wie das auf 780 Millionen Euro geschätzte Projekt schnell umgesetzt werden kann.

"Nur der Abschnitt vom Weinsberger Kreuz bis Kupferzell ist im vordringlichen Bedarf", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten, der das Treffen organisiert hatte. "Der von Kupferzell bis zur bayerischen Landesgrenze nicht." Aus seiner Sicht sei der Ausbau mit "normalen Mitteln" des Bundes vor 2030 nicht zu finanzieren. Es gebe einen Finanzierungsstau von 60 Milliarden Euro für planfestgestellte Projekte. Deshalb plädiert er seit Jahren für den Ausbau in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP). Dann würde der Neubau der Fahrbahnen und der Brücken - mit Ausnahme der Kochertalbrücke - von einem privaten Konsortium finanziert und 30 Jahre instand gehalten. Im Gegenzug bekäme der Investor Mauteinnahmen und Zuschüsse. "Der Bund will fünf bis sechs Projekte mit ÖPP bauen. Dafür gibt es mehr als doppelt so viele Bewerbungen", so von Stetten. Im günstigsten Fall könne mit dem Bau in vier Jahren begonnen werden. Die Bausumme liege dann wohl bei einer Milliarde Euro.

"Es ging darum, den Ausbau möglichst schnell voranzutreiben", sagt die Bundestagsabgeordnete Annette Sawade (SPD). Der Abschnitt von Kupferzell bis Bayern soll in den "vordringlichen Bedarf plus". Schließlich solle "in einem Rutsch" gebaut werden. Deshalb müsse die Planung beschleunigt werden. "Wenn der Bund die A6 öffentlich-privat ausbaut, werde ich mich nicht dagegen stemmen", erklärt sich Sawade mit dem ÖPP-Finanzierungsmodell einverstanden.

Das ist Harald Ebner, Grünen-Bundestagsabgeordneter aus Kirchberg, nicht. "Ein mit Privatmitteln finanzierter Ausbau ist und bleibt eine kurzsichtige Lösung, die hohe Folgekosten für alle Steuerzahler mit sich bringt", schreibt er. Zu dem Treffen war er übrigens nicht eingeladen. Ebner setzt auf intelligente Verkehrsleitsysteme und will die A6 mit "gezielten Ausbautranchen" schnell leistungsfähiger machen.