Gaildorf Dresdner Trio Milón begeistert im Wurmbrandsaal

Sie bilden das Trio Milón: Violinspielerin Sigrid Penkert, Pianist Wolfgang Torkler und Cellistin Beate Hofmann.
Sie bilden das Trio Milón: Violinspielerin Sigrid Penkert, Pianist Wolfgang Torkler und Cellistin Beate Hofmann. © Foto: Ralf Snurawa
Gaildorf / Ralf Snurawa 02.08.2018
Samba, Bossa Nova und Tango hat das Trio Milón am Sonntag vor 100 Zuhörern in Gaildorf gespielt.

Manchmal staunt man über das Verhalten von Konzertbesuchern. Viele Veranstalter vertrauen auf große Namen und besondere Programme. Der Hohenloher Kultursommer konnte sich dagegen glücklich schätzen, dass er es mit einer in diesen Breiten unbekannten Klaviertrioformation aus Dresden schaffte, für ein fast ausverkauftes Konzert zu sorgen.

Das junge, erst seit sechs Jahren bestehende Ensemble hatte nur ein Stück im Programm, das es zu größerer Bekanntheit gebracht hatte: Astor Piazzollas Tango Nuevo „Oblivion“. Den hatten die drei Musiker vom Tempo her schön breit angelegt und ließen dazu ihre Instrumente zart und sehr innig klingen.

Eingerahmt wurde das Piazzolla-Stück von Werken Wolfgang Torklers, eines Jazzpianisten, der in Dresden und am Berklee College of Music in Boston studiert hatte. Von ihm stammten auch die meisten Kompositionen des Abends. Der „Oblivion“-Komposition Piazzollas hatte er mit „Pois Não“ nervös tänzelnde und energiegeladene sowie mit „Malanga“ lässigere Salsa vorangestellt. Nachfolgen ließ er einen Cha-cha-cha. „Guajira Multi Cultural“ lebte von gezupften Streichertönen und einem tanzend dargebotenen Klavier-Solo, das sich am Ende in den Tasten am rechten Ende der Klaviatur verlor.

Torkler hatte auch den zum Ensemblenamen passenden „Tango Milón“ komponiert, der im ersten Konzertteil vorwärtstreibend, aber auch mit versöhnlichen Melodien mit Sigird Penkerts Violine und Beate Hofmanns Violoncello erklang. Jazzige Soli bestimmten die Samba „Bongo in New York“, verträumtes Schweifen den Bossa Nova „Àguias Desiguais“ und die Ballade „A Chegada“, ein „Liebeslied“ für seine Frau, wie Torkler erzählte.

Die „Samba da Juventude“ wirkte elektrifiziert pulsierend, genauso wie das Eröffnungsstück von Peter Ludwig, der „Tango E“. Den spielte das Trio Milón mit Verve, die nur vom sehnsüchtigen Cellogesang Beate Hofmanns unterbrochen wurde.

Auch sie hatte eine kleine Komposition beigesteuert: die Samba „Rambazamba“, zu der sie den Korpus ihres Instruments als Perkussion benutzte. Danach folgte kubanischer Son à la Torkler mit „Malecón“ und schließlich Peter Ludwigs „Lisboa“, ein Stück, das laut den Musikern in keinem ihrer Konzerte bisher fehlen durfte. Im Stil eines Tango Nuevo bot es Raum für ein leidenschaftliches Duett zwischen Violine und Violoncello.

Ludwigs als „Tango Nuevo“ bezeichnetes Stück wurde zwar spannungsreich wiedergegeben, blieb aber hinter „Lisboa“ weit zurück. Von den lateinamerikanischen Rhythmen, mit denen sie ihr am Ende begeistert applaudierendes Publikum schnell für sich gewinnen konnten, verabschiedeten sich die drei Musiker mit Ludwigs „Zirkus“, einer Art schnelle polkaartige Clownsmusik, die ein wenig an Charlie Chaplins Melodien und Aram Chatschaturjans „Säbeltanz“-Rhythmik erinnerte.

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