Erfolg Dreimal Gold für junge Handwerker

Von Eileen Scheiner 01.12.2018

Bester Kraftfahrzeugmechatroniker Deutschlands darf sich Jahn Stirn aus Fichtenau nennen. Der 23-Jährige konnte sich beim Wettbewerb Mitte November in Koblenz gegen zwölf Konkurrenten behaupten. 16 Stationen mussten am Wettbewerbstag von den Gesellen bearbeitet werden. 30 Minuten Zeit waren jeweils dafür vorgesehen. „Es ist natürlich klar, dass man nicht alles in dieser Zeit lösen kann – es gab auch Punkte für strukturierte Vorgehensweise, Dokumentation der Mess­ergebnisse und die Dokumentation der Vorgehensweise“, erklärt der Kfz-Mechatroniker. „Jede Station verlangte unterschiedliches Fachwissen, zum Beispiel musste eine Station komplett auf Englisch erledigt werden.“

Gelernt hat Jahn Stirn seinen Beruf im Autohaus Linke in Crailsheim. Derzeit absolviert er ein duales Studium im Bereich Maschinenbau mit Schwerpunkt Kfz-Prüftechnik. Die Praxissemester finden in Crailsheim statt, die Theoriesemester in Horb am Neckar. „Das Studium bringt viele neue Aufgaben und Erfahrungen mit sich. Das ist interessant und dennoch anstrengend“, erläutert Stirn.

Bester Schornsteinfegergeselle Deutschlands ist Dominik von Kopp-Ostrowski aus Schwäbisch Hall. Der 21-Jährige trat Ende Oktober in Sankt Augustin gegen neun weitere Mitstreiter in jeweils vier praktischen und theoretischen Prüfungen an. „Ich musste unter anderem eine Abgaswegeprüfung an einem Gasgerät durchführen und ein Kundengespräch simulieren“, erklärt der Schornsteinfeger. „Beim theoretischen Teil wurden Fragen zur Wärmelehre gestellt und ich musste verschiedene Skizzen erstellen.“

Seine Ausbildung machte der 21-jährige Geselle bei seinem Vater, Bezirksschornsteinfegermeister Aron von Kopp-Ostrowski-­Laidig, in Schwäbisch Hall. Derzeit besucht Dominik von Kopp-­Ostrowski die Meisterschule in Ulm. Danach möchte er Energie- und Gebäudetechnik studieren. „Mein Ziel ist es, anschließend in der Industrie zu arbeiten“, erklärt er.

Sieg im Sonderwettbewerb

Die dritte Goldmedaille holte Steinmetz und Steinbildhauer Julian Wally. Der 21-Jährige trat gemeinsam mit zehn weiteren Teilnehmern aus ganz Deutschland Anfang November in Mainz-­Hechtsheim zum Wettbewerb an. Die Prüfung fand in Form einer Arbeitsprobe statt. „Ich hatte fünf Stunden Zeit, um ein aufwendiges Profilstück herzustellen“, erklärt Wally. Seine Arbeit überzeugte die Prüfer, und der Geselle, der bei der SDC – Steinsanierung Denkmalpflege Crailsheim in Satteldorf gelernt hat, sicherte sich den ersten Platz. „Der Sieg bedeutet mir natürlich schon sehr viel. Es zeigt mir einfach, dass ich den richtigen Beruf für mich gefunden habe“, sagt der Steinmetz zufrieden.

Wally arbeitet derzeit im Auftrag der SDC auf einer Baustelle in Stuttgart: „Eine sehr spannende Baustelle, wie ich finde, da bei diesem Projekt eine historische Sandsteinfassade abgebaut und durch unsere Firma restauriert wird“, erläutert der Steinmetz.

Auch im Sonderwettbewerb „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“ setzte er sich durch. Bei diesem Wettbewerb reichen die jungen Handwerker ihr Gesellenstück ein. Wally konnte mit seiner „Spitzbogenvariation“ überzeugen.

Bedauerlicherweise geht die Zahl der Teilnehmer am Leistungswettbewerb stetig zurück. Während im Jahr 2016 noch 282 Gesellen aus der Region teilnahmen, ging die Zahl im Folgejahr auf 122 zurück. Das liege unter anderem auch daran, dass es immer weniger Auszubildende im Handwerk gebe, erläutert Aylin Fuchs von der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Trotzdem verbucht die Kammer den diesjährigen Wettbewerb als Erfolg: Insgesamt vier Bundessieger kommen aus der Region. „Im Vorjahr hatten wir nur einen Bundessieger, demnach sind es in diesem Jahr viele Sieger“, resümiert Fuchs.

Die Ehrungsfeier der Kammer-, Landes- und Bundessieger aus Heilbronn-Franken findet am Mittwoch, 5. Dezember, ab 18 Uhr in der Veranstaltungshalle „Nobelgusch“, Pfedelbach, statt.

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Gesellen aus 37 verschiedenen Berufen aus der Region Heilbronn-Franken haben dieses Jahr am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks teilgenommen.

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