Zwei lange Stuhlreihen im Heinrich-von-Zügel-Saal in Murrhardt sind für die Familien Hegenbarth und Zügel reserviert. Die Eröffnung der Ausstellung zu Ehren der Maler Emanuel, Josef und Johannes Hegenbarth verbinden diese mit einem Familientreffen. Darunter ist auch der derzeit wohl bekannteste lebende Spross, die Schauspielerin Wolke Hegenbarth.

Die Verbindung zu Murrhardt, insbesondere zu dem Murrhardter Maler Heinrich von Zügel wird durch Emanuel Hegenbarth geknüpft. Er war Zügels Meisterschüler an der Kunstakademie in München und heiratete später dessen älteste Tochter Anna Emilie. Bis heute bestehen Verbindungen zu Murrhardt und dem Wolkenhof.

Die Ausstellung "Die Hegenbarths. Köpfe - Comics - Kreaturen" vereint drei Maler und Zeichner. Die Zusammenstellung ist eine Meisterleistung der Kuratorin Heide von Berlepsch. "Unterschiedlich in den Ausdrucksweisen, zeigen sie doch stilistische Nähen", stellt Prof. Dr. Bernhard Lindner fest. Vernissage-Redner Lindner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig, dem Johannes Hegenbarth schon zu Lebzeiten Tausende von Originalzeichnungen vermacht hat. Der jüngste der drei Hegenbarths gründete 1955 unter seinen Künstlernamen Hannes Hegen die Comic-Zeitschrift "Das Mosaik" und war als "Eulenspiegel"-Karikaturist einer der populärsten Künstler der DDR. Seine Teilnahme an der Vernissage hatte er bereits zugesagt, doch im November starb der Vater der "Digedags" 89-jährig in Berlin.

Hannes Hegen, der Vater der „Digedags“, starb im November

Josef Hegenbarth, Hegens Großonkel und ein Vetter Emanuel Hegenbarths, legte seine Schwerpunkte auf Mensch und Tier. Mit Vorliebe interpretierte er literarische Vorlagen und illustrierte Bücher, darunter der "Schatz im Silbersee" von Karl May.

Inspiriert von seinem Schwiegervater Heinrich von Zügel, begeisterte sich Emanuel Hegenbarth für Landschaften und Tiermalerei.

Die Ausstellung lebt von der Spannung zwischen dunkeltönigen Ölgemälden und frechen, zeitkritischen Karikaturen, mit denen sich Johannes Hegen seinerzeit nicht nur Freunde schaffte.

Info Die Ausstellung im Haus der Städtischen Kunstsammlung läuft bis Sonntag, 3. Mai. Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Freitag von 16 bis 18.30 Uhr, Samstag und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.