Mehr als 100 Besucher - unter ihnen auch viele nicht türkischsprechende Gäste - waren in die Moschee in Hall gekommen, um sich mit dem Krankheitsbild Demenz zu befassen und sich den Film "Kalp unutmaz" anzuschauen. Dr. Erdogan Hasesoglu, Psychiater aus Weinsberg, gab zu Beginn medizinische Informationen zur Erkrankung. Im Anschluss daran wurde der Film "Kalp unutmaz. Das Herz vergisst nicht" angeschaut, der 2012 beim Bundesfestival "Video der Generationen" in Gera mit dem zweiten Preis und dem Publikumspreis ausgezeichnet worden war.

Darin wurde der Umgang zweier türkischstämmiger Familien mit dieser Krankheit gezeigt. Die beiden Erkrankten sind in unterschiedlichen Demenzstadien und werden zu Hause von ihren Töchtern, Schwiegertöchtern und Enkelinnen gepflegt. In aller Dramatik erschloss sich den Zuschauern, wie sehr Familien an der Last zu tragen haben, was es auszuhalten gilt, wie einsam, hilflos und gleichzeitig wütend man sich mitunter fühlt, wenn man ein demenzkrankes Familienmitglied in Vollzeit betreut, schreiben die Veranstalter in einem Bericht.

Ayla Yildiz, eine der Filmemacherinnnen vom Medienprojekt Wuppertal, war anwesend und stand - ebenso wie Dr. Erdogan Hasesoglu - nach dem Film für Fragen und Meinungen bereit.

Das Publikum interessierte sich dafür, wie der Kontakt zu den Familien im Film zustande kam, ob er noch besteht, wie es den beiden Frauen aus dem Film heute geht und wie das große Vertrauen, dass bei den Interviews zu spüren war, hergestellt wurde.

Aber auch immer wieder Fragen nach der Erkrankung wurden von Dr. Erdogan Hasesoglu beantwortet: Merke ich es selbst, wenn ich dement werde? Welche Hilfen kann meine Familie erwarten? Wissen die Ärzte über diese Krankheit Bescheid? Auch der Unterschied in den beiden Ländern im Umgang mit Demenz, beim Informationsangebot und Wissen um die Erkrankung kamen zur Sprache.

Die nicht enden wollenden Fragen und das große Interesse auch am Info- und Medientisch zeigten die Bedeutung der Themenreihe "Leben mit Demenz", die noch bis Juni 2014 mit Veranstaltungen das Thema in den Fokus rückt. Organisiert werden sie von der Fachgruppe Demenz, in der sich neben der Stadt Hall Vertreterinnen und Vertreter von Diakonie daheim, der Katholischen Sozialstation, dem Mehrgenerationenhaus, dem Stadtseniorenrat und der Volkshochschule zusammengefunden haben.